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Hohe Spritkosten treiben Teuerung an - So stark belastet Inflation Familien und Singles

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Hohe Spritkosten treiben Teuerung an - So stark belastet Inflation Familien und Singles

Düsseldorf – Wocheneinkauf, Tankfüllung, Energiekosten – gefühlt wird das Leben immer teurer. Tatsächlich hat die Teuerungsrate mit 2,8 Prozent im Juli den zweithöchsten Wert seit Januar 2025 erreicht. Die Belastung bekommen Familien, Alleinerziehende und Singles allerdings unterschiedlich stark zu spüren. Das zeigt der aktuelle Inflationsmonitor der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Im Vergleich zum Juni ist die Inflation im vergangenen Monat um 0,5 Prozentpunkte gestiegen. Die Wissenschaftler sehen den Hauptgrund im Wegfall des Tankrabatts und den zwischenzeitlichen Eskalationen im Nahen Osten. Ein Liter Kraftstoff kostete der Studie zufolge bis zu 50 Cent mehr als zum Jahreswechsel. Damit bleiben die Spritpreise die hauptsächlichen Preistreiber. Die Kosten für Lebensmittel hingegen sind mit 0,4 Prozent nur geringfügig gestiegen. Strom- und Gaspreise liegen etwa auf Vorjahresniveau. Das liegt dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zufolge meistens an langfristigen Vertragslaufzeiten mit den Energieanbietern. Arzneimittel hingegen hätten sich überraschend stark verteuert.

• Die steigenden Spritpreise schlagen vor allem bei Familien mit zwei Kindern mit niedrigem (weniger als 2600 Euro) und mittlerem Monatseinkommen (bis zu 5000 Euro) zu Buche. Sie sind auch wegen der Kinder auf das Auto angewiesen und geben mehr Geld für Kraftstoffe als andere Haushalte aus.

• Bei Paaren ohne Kinder mit einem Einkommen von bis zu 5000 Euro liegt die Inflationsrate mit 2,9 Prozent leicht über dem Durchschnittswert von 2,8, bei Singles mit einem hohen Einkommen über 5000 Euro sogar bei 3 Prozent. Ein Grund: Sie spüren die Preissteigerungen bei Flügen, Pauschalreisen und aufwendigen Dienstleistungen.

• Bei Alleinstehenden mit einem niedrigen Einkommen von bis zu 900 Euro im Monat beträgt die Inflationsrate nur 1,9 Prozent. Das liegt den Wissenschaftlern zufolge auch daran, dass sich diese Haushalte selten ein Auto oder Reisen leisten können.

• Bei Alleinerziehenden mit einem Kind sind es 2,7 Prozent. Auch bei dieser Gruppe sind die Spritkosten besonders hoch.

IMK-Inflationsexpertin Silke Tober rät zu „preisdämpfenden Maßnahmen“, falls die Ölpreise nicht sinken und auf absehbare Zeit auch die Transportkosten im Güterverkehr steigen. Dies könnten Senkungen der Stromsteuer oder der Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel sein. Tober: „Das gilt umso mehr, als die Hitzewelle 2026 und die fortwährende Eskalation im Iran- und im Ukraine-Krieg nicht nur die Knappheit raffinierter Erdölprodukte erhöhen, sondern auch das Risiko einer starken Nahrungsmittel-Teuerung beinhaltet.“

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