Das steckt hinter der Tradition - Die Geschichte hinter dem bayerischen Dirndl
München – Jetzt ist es wieder so weit: Die schicken Dirndl kommen aus dem Schrank! Beim Oktoberfest in München präsentieren die Madln jedes Jahr stolz ihre schönsten Trachten. Aber was ist die Geschichte hinter der bekannten bayerischen Traditionskleidung? Und woher kommt das Dirndl ursprünglich?
Ein Dirndl ist ein traditionelles Trachtenkleid aus Bayern und Österreich. Der Begriff „Dirndl“ stammt aus dem bairisch-österreichischen Sprachgebrauch. Dort ist eine „Dirn“ eine junge Frau, die auf dem Bauernhof diente oder in der Landwirtschaft tätig war. Ihre Arbeitskleidung nannte man „Dirndlgewand“, später kurz „Dirndl“.
Die Städterinnen verbrachten ihre Ferien häufig in den bayerischen und österreichischen Alpen und orientierten sich an der Kleidung der ländlichen Bevölkerung. So wurde das Dirndl ab dem späten 19. Jahrhundert auch bei der wohlhabenden Stadtbevölkerung als ländliches Kleid beliebt.
Um 1900 gründete der jüdische Kaufmann Julius Wallach das Trachtenhaus Wallach und verkaufte dort gemeinsam mit seinem Bruder Moritz Wallach hochwertige Trachtenmode. Zum 100. Jubiläum des Oktoberfests statteten sie den großen historischen Trachtenzug aus. Zum typischen Wiesn-Outfit wurde es allerdings erst in den 90er Jahren.
Das traditionelle Dirndl bestand aus einem Hemd, einem lockeren Kleid („Leiblgwand“) und einer klassischen Schürze. Die Muster waren meist schlicht und einfarbig, gelegentlich auch mit Blumen- oder Rankenmotiven.
Heute hat das Kleid ein enges, meist tief ausgeschnittenes Oberteil und einen weiten Rock, der hoch an der Taille sitzt. Eine Bluse und eine Schürze, die mit einer gut sichtbaren Schleife gebunden wird, vervollständigen das Outfit. Man trägt das Dirndl in Süddeutschland, Teilen der Alpenregion und Österreich bei Jahrmärkten, Volksfesten, Hochzeiten und natürlich auf dem Oktoberfest.
Jedes Jahr gibt es neue Dirndl-Trends . Dieses Jahr sind etwa die Farben Rot, Grün und Bordeaux angesagt.
Die Schleife an der Dirndlschürze zeigt traditionell den Beziehungsstatus einer Frau.
Eine rechts gebundene Schleife signalisiert, dass Sie vergeben, verlobt oder verheiratet sind. Tragen Sie die Schleife links, zeigen Sie, dass Sie Single sind. Eine mittig vorn gebundene Schleife steht für Jungfräulichkeit, während die Schleife am Rücken häufig Witwen oder auch Kellnerinnen tragen.
Wichtig: Wo die Schleife sitzt, ist nur Tradition. Der tatsächliche Beziehungsstatus muss nicht dazu passen!
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