Teilerfolg in Belgien: Lage bei Waldbränden in NRW entspannt sich
In Belgien wütet nach wie vor ein Waldbrand nahe der deutschen Grenze. Dass die Flammen auf das nordrhein-westfälische Monschau übergreifen, ist nun aber nicht mehr zu befürchten. Auch im Hürtgenwald können die Bewohner aufatmen.
Die Lage bei den großen Waldbränden in der Eifel und an der belgischen Grenze hat sich teilweise beruhigt. Der Waldbrand im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald ist unter Kontrolle. Das sagte Landrat Ralf Nolten. Im Kampf gegen den Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn hat die Feuerwehr eine Feuerfront in der Nähe der deutschen Grenze eingedämmt. Die Flammen in anderthalb Kilometern Entfernung zur Stadt Monschau seien "unter Kontrolle", teilte Belgiens Innenminister Bernard Quintin mit. Auch eine zweite Front im Norden bei der Ortschaft Jalhay sei unter Kontrolle.
Eine Sprecherin der Stadt Monschau in Nordrhein-Westfalen sprach am Nachmittag von einer "vorsichtigen" Entspannung. Die Stadt riet Bewohnerinnen und Bewohnern aber weiter dazu, die grenznahen Bereiche wegen des entstandenen Rauchs zu meiden. Sie erwartete derzeit nicht, dass sich das Feuer auf deutsches Gebiet ausdehne. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr waren den Angaben nach in Bereitschaft.
Die Feuerwehr in Belgien kämpft mit mehr als 250 Einsatzkräften gegen die Flammen, darunter Helfer aus dem ganzen Land und aus Deutschland. EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib sagte, an diesem Sonntag seien zudem zwei Löschflugzeuge aus Schweden eingetroffen. Zwei Hubschrauber aus Belgien und zwei aus den Niederlanden waren bereits im Einsatz. Die Hilfe aus der Luft ist im Hohen Venn entscheidend. Das Naturschutzgebiet besteht aus Torfflächen und Heideland, in denen schweres Gerät schnell einsinkt. Auch zahlreiche Landwirte in der Region leisteten Hilfe und brachten mit ihren Traktoren Wassertanks an die Einsatzorte.
Rund 20 Menschen verbrachten die Nacht zum Sonntag in einer Sporthalle, nachdem einige Straßen in der Nähe des Brandes evakuiert wurden. Nach Angaben der Behörden haben die Flammen bislang aber keine Wohngebäude erreicht.
Das Feuer im Hohen Venn war am Freitag ausgebrochen. Seitdem breitete sich die verbrannte Fläche rasant auf fast 3000 Hektar aus. Es ist der größte Waldbrand in der jüngeren belgischen Geschichte. Helfer aus Deutschland rückten aus, um den belgischen Einsatzkräften zu Hilfe zu kommen. Aus den benachbarten Niederlanden und aus Schweden wurden Hubschrauber beziehungsweise Löschflugzeuge geschickt.
Entwarnung gibt es im großen Waldbrandgebiet in der Eifel bei Hürtgenwald: Der Brand ist nach Angaben des Landrats unter Kontrolle. Zuvor hatte der Kreis Düren erklärt: "Die Löscharbeiten laufen noch, doch die Lage entspannt sich weiter". Demnach sind noch etwa 900 Einsatzkräfte vor Ort, die vor allem die Glutnester eindämmen sollen. Es gibt dem Kreis zufolge keine offenen Flammen mehr. Das gesamte Gebiet sei von einer drei Meter breiten Schneise umgeben, so dass sich Flammen nicht weiter ausbreiten könnten.
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