Stadion-Comeback nach Hirnblutung - Wieder da! Bünning erlebt ersten Dynamo-Sieg
Das war wichtig! Dynamo Dresden hat nach der Auftakt-Pleite in Nürnberg eine starke Reaktion gezeigt und Darmstadt 98 im ersten Heimspiel der Saison 1:0 bezwungen. Auch, weil ein ganz besonderer Glücksbringer auf der Tribüne saß...
Erstmals seit seiner lebensbedrohlichen Hirnblutung Ende Mai war Verteidiger Lars Bünning (28) wieder im mit knapp 31.000 Zuschauern ausverkauften Harbig-Stadion. Kapitän Niklas Hauptmann: „Ich habe ihm gesagt, dass es mir ein gutes Gefühl gibt, wenn er da ist.“
„Er war in den letzten Tagen auch schon bei uns im Trainingszentrum, ich hatte ein längeres Gespräch mit ihm“, verriet Trainer Thomas Stamm. „Er hat direkt gesagt, dass er Bock hat, im Stadion zu sein. Er war voll dabei, auch vor dem Spiel in der Kabine. Wir freuen uns extrem, dass wir sein Gesicht wieder in unseren Reihen haben. Als ich ihn im Kreis habe stehen sehen, tat das einfach nur gut. Weil er ein fester Bestandteil ist.“
Bünning musste nach der ohne äußere Einwirkung erlittenen Hirnblutung vor zehn Wochen mit dem Rettungshubschrauber in eine Hamburger Klinik geflogen und notoperiert werden. Vor zwei Wochen meldete sich der Profi erstmals per Video-Botschaft und sagte an die Dynamo-Fans gerichtet: „Die letzten Wochen waren die wahrscheinlich schwierigsten in meinem ganzen Leben bisher. Und umso schöner war es für mich und meine Familie zu sehen, dass ihr alle diesen Kampf zurück ins Leben mit mir gemeinsam führt. Dafür vielen Dank.“
Ob bzw. wann Bünning wieder Fußball spielen kann, bleibt weiter offen. Stamm: „Wir versuchen ihn in den nächsten Wochen weiter zu unterstützen und schauen dann, wo die nächsten Schritte bei ihm hingehen.“ Bei seinem Stadion-Comeback sah der Defensivmann ein engagiertes Spiel seiner Mannschaft, die im Vergleich zum 0:3 beim FCN nur auf einer Position verändert wurde: Für Jakob Lemmer feierte Kaan Inanoglu an seinem 21. Geburtstag sein Startelf-Debüt in der 2. Liga.
Im Gegensatz zur Vorwoche Dresden viel entschlossener und sofort drin im Spiel. Das wurde prompt mit der Führung belohnt: Jonas Sterner veredelte dabei einen lehrbuchreifen Angriff nach tollem Solo samt Doppelpass mit Vincent Vermeij (12.). Sein erstes Zweitliga-Tor für Dynamo tat ihm sichtlich gut, nachdem er beim FCN alles andere als gut aussah. „Ich bin froh, dass ich es heute besser gemacht habe und der Mannschaft helfen konnte“, strahlte der Rechtsverteidiger nach der Partie.
Danach Dynamo mit viel Spiel- und Ballkontrolle, gestattete Darmstadt in der ersten Halbzeit keine einzige Torchance. Die Fans schicken ihr Team mit donnerndem Applaus in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel die Gäste zwar deutlich druckvoller, aber die SGD-Abwehr stand sicher.
Dass sich Darmstadt selber schwächte, weil Kai Klefisch mit Gelb-Rot vom Platz flog (71., Meckern, Foul), spielt den Dynamos in die Karten. Auch wenn sie danach in erster Linie auf die Sicherung des Sieges bedacht waren und das letzte Risiko nach vorn scheuten, hätte der eingewechselte Jakob Lemmer fast noch das 2:0 geschossen (87./Pfosten).
Aber auch so reichte es zum umjubelten ersten Saisonsieg. „Viel Kampf und viel Kraft gelassen.
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