Public-Pay-Studie: Wieviel die Chefs kommunaler Unternehmen verdienen
Viele Geschäftsführer von Sparkassen verdienen mehr als der Bundeskanzler. Das monatliche „Amtsgehalt“ von Bundeskanzler Friedrich Merz beträgt 20.675 Euro, hinzu kommen noch einige Zulagen und seine Einkünfte als Bundestagsabgeordneter, alles in allem dürfte sein Bruttojahresverdienst laut der Deutschen Presse-Agentur aber unter 400.000 Euro liegen. Die Chefs der Sparkassen haben im vergangenen Jahr im Mittel rund 439.000 Euro je Kopf erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt die neueste Public-Pay-Studie der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen über die Managervergütung in öffentlichen Unternehmen.
Die Geschäftsführer der Sparkassen stehen schon seit Jahren ganz oben in der Rangliste der Spitzenverdiener unter den Managern kommunaler Unternehmen. Im Jahr 2024 sind die Gehälter der Sparkassenchefs laut der Untersuchung noch mal um rund 5,3 Prozent gestiegen. Dabei gibt es freilich große Unterschiede zwischen den Sparkassen, weil das Gehalt stark von der Größe der jeweiligen Sparkasse abhängt. Bei dem Mittelwert von 439.000 handelt es sich um den sogenannten Median, das heißt, die Hälfe der erfassten Sparkassenchefs verdient weniger, die andere Hälfe verdient mehr. Wie stark die Gehälter der Sparkassenchefs von der Größe ihres Instituts abhängen, wird in der Untersuchung auch grob beziffert. Demnach erhielten die Geschäftsführer großer Sparkassen mit mehr als 730 Arbeitnehmern im Mittel 584.000 Euro, während die Geschäftsführer kleiner Sparkassen mit weniger als 230 Beschäftigten lediglich 310.000 Euro erhielten.
Der bestbezahlte Sparkassenchef war Alexander Wüerst, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Köln. Er erhielt einschließlich Nebenleistungen insgesamt rund 1.058.000 Euro. Dahinter folgten der Chef der Sparkasse Köln/Bonn, Ulrich Voigt, mit einer Gesamtdirektvergütung in Höhe von 905.000 Euro und der Chef der Sparkasse Dortmund, Dirk Schaufelberger, mit 830.000 Euro.
Gut verdient haben nach der Untersuchung auch die Geschäftsführer von Flughäfen und Seehäfen in kommunaler Trägerschaft. Sie erhielten im Mittel rund 342.000 Euro. Damit lagen sie noch vor den Chefs kommunaler Krankenhäuser (286.000 Euro).
Die Spitzenverdiener aus der Branche der Stadtwerke, Energie- und Wasserversorgung, waren der Vorstandsvorsitzende der Kölner Rheinenergie AG, Andreas Feicht, mit rund 1.078.000 Euro, außerdem der Chef der Stadtwerke Krefeld, Carsten Liedtke (685.900 Euro), und der Chef der Stadtwerke Wuppertal, Markus Hilkenbach (645.745 Euro). Im Mittel verdienten die Geschäftsführer in der Branche 273.000 Euro.
Am unteren Ende rangieren – wie schon in den Vorjahren – die Geschäftsführer von Kultureinrichtungen wie städtischen Theatern, Opern und Museen (133.000 Euro), die Chefs sozialer Einrichtungen wie städtische Pflegeheime (115.000 Euro) und die Chefs kommunaler Bildungseinrichtungen wie Volkshochschulen (110.000 Euro).
Die Daten beziehen sich dabei auf das Geschäftsjahr 2024; dies sind wegen der üblichen Verzögerung bei der Offenlegung die aktuellsten Zahlen, die laut den Wissenschaftlern für eine vergleichende Analyse taugen.
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