Kinderärzte: Neue Untersuchung für Neun- bis Zehnjährige kommt
Check beim Kinderarzt Neue U-Untersuchung für Neun- bis Zehnjährige kommt Stand: 20.08.2026 • 16:45 Uhr
Bei der Geburt eines Kindes erhalten Eltern ein gelbes Heft, das alle Vorsorgeuntersuchungen auflistet. Jetzt kommt noch die U10 hinzu, ein Check-up für Neun- bis Zehnjährige, der eine Lücke schließen soll.
Neun- bis Zehnjährige sollen künftig eine neue Vorsorgeuntersuchung, bekannt als U-Untersuchung, beim Kinderarzt als Kassenleistung bekommen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss jetzt festgelegt .
Bei der sogenannten U10 werden Heranwachsende noch mal durchgecheckt, vor allem mit Blick auf mögliches Übergewicht, die körperliche Aktivität, die Bildschirmzeit und psychische Gesundheit.
Bisher klaffte zwischen dem Ende des Kita-Alters und dem Pubertätseintritt eine Lücke bei den Untersuchungen, die die gesetzliche Krankenkasse extra für Kinder vorsieht, um das gesunde Aufwachsen zu begleiten.
Eltern kennen das gelbe Untersuchungsheft, in dem ab der Geburt bis zum 18. Lebensjahr diverse Untersuchungen und deren Ergebnisse erfasst werden. Die neue Untersuchung - genannt U10 für Neun- und Zehnjährige - soll den großen Leerraum zwischen der Untersuchung im Alter von fünf Jahren und der nächsten mit zwölf Jahren nun schließen. Denn dazwischen liegt ja ein wichtiger Zeitraum für Heranwachsende.
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In der Regel steht der Wechsel an die weiterführende Schule an, viele Kinder bekommen ihr erstes Smartphone und sind mehr in den Sozialen Medien unterwegs. Das zu thematisieren scheint wichtig: 25 Prozent aller Zehn- bis 17-Jährigen haben laut einer Studie der Krankenkasse DAK und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf einen problematischen Medienkonsum.
Kinderpsychotherapeutin Kerstin Paschke forscht am Uniklinikum in Hamburg und sagt: "Wir sehen in aktuellen Studien, dass tatsächlich schon jeder zweite Acht- bis Neunjährige ein eigenes Smartphone hat." Das Thema sei in Grundschulen präsent, "und gleichzeitig wissen wir, dass Kinder gerade in Übergangssituationen, also dann von der Grundschule in die weiterführende Schule, zum Beispiel auch mit besonderen Stressoren konfrontiert sind". Paschke hält es für wichtig, Eltern und ihre Kinder in diesem Alter auf problematische Mediennutzung hinzuweisen.
Ganz praktisch setzt das Kinderarzt Martin Schwenger aus Koblenz heute schon um: "Wenn ich weiß, dass die Kinder das Handy in der Tasche haben, frage ich: Komm, lass uns doch mal gucken, wie viel jetzt die Medienzeit in der letzten Woche war. Manchmal ist es realistisch, manchmal gibt es aber auch große Überraschung, weil dann tatsächlich die Medienzeit deutlich unterschätzt wurde."
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Weitere Studien zeigen, dass Kinder sich ab dem Grundschulalter auch in ihrer Freizeit deutlich weniger bewegen. Hier lauert das Risiko für Übergewicht. Auch das soll in der neuen U10 nun frühzeitig erkannt werden.
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