Tierwohl statt Quälerei: Nach Knochenjob im Stall: Zuflucht im Garten für Legehennen
Warum die Hennen von Ursula Höfling nach harter Arbeit in der Legebatterie jetzt Sonnenlicht und Sand genießen – und wie sie dabei zu echten Kuscheltieren werden. „Kommt mal her, Mädels.
Auf, kommt, hopp!“ Wenn Ursula Höfling in ihrem Garten in Großostheim an der bayerisch-hessischen Landesgrenze arbeitet, scharren neben ihr putzige Hühner im Sand.
Gundula, Julchen, Püschel, Kiwi, Hildegard, Auguste und Resi picken je nach Lust und Laune in der Erde, relaxen im Schatten unter einer Kastanie oder legen ab und an ein Ei.
Jede, wie sie will und kann.
Besonders für fünf der sieben Hennen sind Ursula und ihr Mann Mike wahre Lebensretter - vor dem sicheren Tod in Osteuropa nach rund eineinhalb Jahren Knochenjob in einer Legebatterie irgendwo in Deutschland.
Püschel, Gundula, Resi, Julchen und Kiwi stammen aus einer Massentierhaltung, wo sie als Hochleistungshennen um die 300 Eier im Jahr legten.
Lässt die Leistungsfähigkeit nach, werden die Vögel in der Regel ins Ausland gebracht und geschlachtet.
Der Verein „Rettet das Huhn“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese Hühner stattdessen tierlieben Privatpersonen zu übergeben.
Die Betriebe überlassen dem Verein nach eigenen Angaben die Hennen kostenlos - Anfang August seien so 1.100 Hennen aus Freilandhaltung in Bayern neuen Besitzern übergeben worden.
Seit 2017 nimmt Familie Höfling dem Tode geweihte Vögel auf, päppelt sie und verhilft ihnen zu einem tiergerechten Lebensabend - die Hennen können bis zu zehn Jahre alt werden.
Alptraum Legehenne Tierschützern ist die Hochleistungszucht schon lange ein Dorn im Auge. „Legehennen werden auf eine sehr hohe Eierproduktion gezüchtet und legen durch künstliche Beleuchtung bis zu 320 Eier pro Jahr“, erklärt Pressereferentin Kerstin van Kan vom Deutschen Tierschutzbund. „Die hohe Leistung belastet ihren Körper stark.“ Vor allem bei Bodenhaltung - mit einem Anteil von 56,7 Prozent in den größeren Betrieben die dominierende Haltungsform - ist das Leben einer Legehenne alles andere als artgerecht. „Bei der Bodenhaltung leben Legehennen ausschließlich im Stall, der betonierte Boden ist eingestreut“, erläutert van Kan. „Sie haben keinen Auslauf ins Freie und teilen sich mit neun Tieren einen Quadratmeter.“ Natürliche Bedürfnisse der Tiere und angeborene Verhaltensweisen blieben oft unbefriedigt, insbesondere das Picken nach Futter, das Baden im Sand und das Scharren. „Die Hennen sind dadurch häufig sehr gestresst und unausgelastet, so dass sie Verhaltensstörungen entwickeln können und sie sich gegenseitig bepicken.“ Schwere Verletzungen seien dadurch möglich.
Bodenhaltung dominiert Ursula Höfling hat schon mehr als 15 Hennen aus Legebatterien aufgenommen. „Die kommen in einem erbärmlichen Zustand“, erzählt die 62-Jährige.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.