Bilanz nach sechs Monaten Krieg: Von Entspannung ist in der Straße von Hormus keine Spur zu sehen
Als die USA und der Iran ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges schließen, ist die Hoffnung groß. Die Meerenge soll geöffnet werden, heißt es. Doch nach insgesamt knapp sechs Monaten Krieg ist die Bilanz ernüchternd - ein Blick auf die aktuelle Lage in der Seestraße gleicht einem Déjà-vu.
Knapp sechs Monate nach Beginn des Krieges im Iran bleibt die für die Weltwirtschaft immens wichtige Straße von Hormus de facto geschlossen. Seit dem 28. Februar sind nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) mindestens 20 Seeleute und Hafenarbeiter in der Meerenge getötet worden. 35 weitere seien zudem verletzt worden. Ein Mensch sei außerdem als vermisst gemeldet worden.
Insgesamt zählte die IMO in den vergangenen sechs Monaten 68 Vorfälle im Persischen Golf und in den angrenzenden Gewässern. Das entspricht einem Vorfall alle 2,6 Tage. Die britische Seefahrtbehörde UKMTO stufte 47 der Vorfälle als Angriffe ein. Die Häufigkeit der Vorfälle veränderte sich über den Verlauf des Krieges. Vom Beginn des Kriegs Ende Februar bis zu einer Einigung auf ein Rahmenabkommen Mitte Juni, das eigentlich binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen hätte führen sollen, wurde im Durchschnitt alle 2,3 Tage ein Vorfall gemeldet. In diesem Zeitraum wurden auch 16 der insgesamt 20 Todesfälle gezählt. Zudem wurden in dieser Zeit 19 Menschen verletzt.
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