"Nächster wird bereits gegraben": Lettland: Minsk muss von Migrantentunneln wissen
In Lettland wird ein Tunnel unter der Grenze gefunden, durch den Migranten aus Belarus in die EU gelangen. Für den lettischen Grenzschutz unvorstellbar, dass Minsk davon nicht wusste.
Lettlands Grenzschutz hat den Behörden des autoritär regierten Nachbarlands Belarus vorgeworfen, für den Bau von Migrantentunneln unter dem Zaun an der Grenze mitverantwortlich zu sein. "Es ist schlicht unmöglich, einen solchen Tunnel zu bauen, ohne dass die belarussischen Grenzschutzbeamten davon Kenntnis haben", sagte Behördenchef Guntis Pujats im lettischen Radio mit Blick auf einen in der Vorwoche entdeckten Geheimgang unter der inzwischen stark gesicherten EU-Außengrenze zwischen Belarus und Lettland.
Nach Angaben von Pujats befand sich der Eingang auf belarussischer Seite 10 Meter von Grenze entfernt und war mit Bäumen und Büschen überdeckt. Der Tunnel selbst sei 80 Zentimeter hoch und breit sowie mindestens 30 Meter lang gewesen. Für dessen Bau seien 28 Kubikmeter Erde abgetragen worden. Zudem seien massive Stützkonstruktionen errichtet und eine Abdeckung auf Sperrholz angebracht worden.
"Die Bauarbeiten waren ziemlich umfangreich. Die zuständigen Stellen waren also zweifellos informiert", sagte der lettische Grenzschutz-Chef. Er vermutete, dass die Grabungsarbeiten am Tunnel auf belarussischer Seite verfolgt und eingestellt wurden, sobald sich eine lettische Grenzpatrouille näherte. Dazu seien von Beobachtern vermutlich technische Hilfsmittel wie etwa Wärmebildkameras eingesetzt worden, sagte Pujats.
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