Soll Millionen bringen - Ex-Siemens-Haus wird wegen Insolvenz versteigert
Paderborn (Nordrhein-Westfalen) – Diese Ruine steht für den Niedergang der deutschen Computerindustrie. Einst ein Symbol für heimische Ingenieurskunst und Unternehmertum, kommt der ehemalige Glas-Prachtbau jetzt unter den Hammer. Zangsversteigerung!
Früher waren an dem Standort namhafte Konzerne wie Nixdorf, Siemens Nixdorf, Fujitsu und andere IT-Unternehmen ansässig. 1990 hatte der Riese Siemens den Paderborner Computer-Pionier Nixdorf übernommen. Aus der Fusion entstand die Siemens Nixdorf Informationssysteme AG, damals Europas größter Computerkonzern. Verdammt lange her. Seit Jahren steht der von Nixdorf 1989 eröffnete Komplex leer.
Noch 2020 sah die Fakt AG aus Essen auf dem Gelände Potenzial für ein neues Technologiequartier und plante Investitionen von 200 Millionen Euro. Doch das Unternehmen ging nur zwei Jahre später in die Insolvenz . Aus dem Zukunftsprojekt wird eine Zwangsversteigerung. Der Verkehrswert liege bei rund 5 Millionen Euro, berichtet das „Westfalen-Blatt“. Zwar betrage laut der Sachverständigen Jytte Droste der reine Bodenwert 10,1 Millionen Euro, doch Abriss- und Entsorgungskosten sollen etwa 5 Millionen Euro betragen.
Auf dem rund 120.000 Quadratmeter großen „Almepark“-Gelände stehen mehr als 40.000 Quadratmeter Bürofläche. Die Immobilie befinde sich „in einem desolaten Zustand“ und sei daher „nicht nutzbar“, fasst die Sachverständige in ihrem Gutachten zusammen. Neben den massiven Schäden spricht aus ihrer Sicht auch die Entwicklung des Büromarktes gegen eine Sanierung.
Wo früher Programmierer, Entwickler und Ingenieure arbeiteten, herrscht Verfall: eingeschlagene Scheiben, zerstörte Eingangsbereiche und beschmierte Wände. Dabei war das Areal an der Riemekestraße 160 einst Symbol für den Aufstieg Paderborns zur Stadt der Computer .
Von Jahresbeginn 2025 bis Frühjahr 2026 vermeldete die Polizei 45 Einsätze auf dem Gelände, etwa wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigungen und Diebstählen. Zuletzt gab es im Juli auch einen Brand. Rund 50 Feuerwehr- und Rettungskräfte mussten in der Nacht ausrücken.
Die Zwangsversteigerung für das gesamte Areal findet am 2. Dezember um 13 Uhr am Amtsgericht Paderborn statt (Am Bogen 2–4, Sitzungssaal 218). Ob sich ein Käufer findet und was anschließend auf dem Gelände entsteht, ist völlig offen.
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