Die Hälfte ist psychisch überfordert - Immer mehr Azubis sind unglücklich in ihrem Job
Berlin – Mehrere hunderttausend Schulabgänger haben in diesem Sommer eine Ausbildung begonnen. Aber immer mehr Berufsanfänger sind unglücklich in ihrem zukünftigen Job. Nur noch 65,7 Prozent der Azubis sind (sehr) zufrieden in ihrem Betrieb – der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Im vergangenen Jahr waren es noch 71,6 Prozent. Das geht aus dem DGB-Ausbildungsreport 2026 hervor. Befragt wurden 13.227 Azubis in 25 Berufen.
• 50,6 Prozent der Befragten fühlen sich psychisch überlastet. Zu den Gründen gehören Leistungsdruck, Personalmangel, Schichtdienste, Probleme mit Vorgesetzten oder Kollegen. Besonders bedenklich: Von den betroffenen Azubis gaben 41,7 Prozent an, mit niemandem über ihre Belastungen sprechen zu können. „Gute fachliche Anleitung, planbare Arbeitszeiten , ausreichend Zeit für Erholung und Aufgaben, die dem Ausbildungsziel dienen, können Belastungen reduzieren“, erklärt DGB -Bundesjugendsekretärin Nina Krüger.
• 49,9 Prozent empfinden ihre finanzielle Lage als belastend, 35 Prozent sind unzufrieden mit ihrer Wohnsituation.
• Gut ein Drittel (35,4 Prozent) der teils minderjährigen Azubis leistet regelmäßig Überstunden. Etwa die Hälfte von ihnen erhält dafür einen Freizeitausgleich. 27,5 Prozent konnten allerdings nicht beantworten, in welcher Form Überstunden in ihrem Betrieb ausgeglichen werden.
• 16,3 Prozent der Befragten müssen in ihrem Betrieb auch Tätigkeiten übernehmen, die nicht zu ihrer Ausbildung gehören. Auch dies ist ein neuer Rekordwert.
• Fast ein Drittel (29,5 Prozent) hat einen Ausbildungsplatz in seinem Wunschberuf gefunden. 21,7 Prozent hingegen landeten in einem Beruf, der zumindest nicht geplant war. 8,4 Prozent bezeichneten ihren Ausbildungsplatz sogar als „Notlösung“.
• Jeder Fünfte (19,6 Prozent) hat schon einmal daran gedacht, die Ausbildung abzubrechen.
Generell gilt: Je größer ein Ausbildungsbetrieb ist, desto zufriedener sind die Azubis. Allerdings gibt es je nach Branche große Unterschiede. Besonders zufrieden sind angehende Verwaltungsfachangestellte, Versicherungs- und Bankkaufleute und Mechatroniker. Am unzufriedensten sind Köche, Einzelhandelskaufleute, Hotelfachangestellte, Verkäufer und zahnmedizinische Fachangestellte.
Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.