Reaktion auf Drohnen-Vorwürfe: Russland schließt Niederlassungen des Goethe-Instituts
Dass Moskau die deutschen Strafmaßnahmen nicht unbeantwortet lassen würde, war abzusehen. Jetzt verkündet Außenminister Lawrow eine erste Gegensanktion. Überraschend kommt sie nicht.
Russland schließt nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow das Goethe-Institut in Russland. Es handle sich um eine Reaktion auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin infolge des Fundes einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle, sagte der Minister laut der Agentur Interfax in Wladiwostok. Das Goethe-Institut unterhält in Russland drei Standorte in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk.
Die Bundesregierung hatte Moskau für den Vorfall verantwortlich gemacht und als Reaktion unter anderem ein russisches Konsulat in Bonn geschlossen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Deutschland am Dienstag beschuldigt, Beweise fingiert zu haben, um Moskau die Schuld zuzuweisen.
Das russische Außenministerium hatte gestern den Geschäftsträger der Deutschen Botschaft in Moskau einbestellt, um gegen Berlins Sanktionen zu protestieren. Die Einbestellung sei wegen der antirussischen Handlungen und der Äußerungen der deutschen Führung erfolgt, teilte das Ministerium mit. Zudem kündigte Moskau Gegenmaßnahmen an. Dabei hatten Beobachter bereits mit einer Schließung des Goethe-Instituts gerechnet. Als denkbar gilt zudem eine Schließung des Generalkonsulats in St. Petersburg. Schon in der Vergangenheit hatten beide Seiten im Zuge von Sanktionen wechselseitig Konsulate geschlossen.
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