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Anzeige gegen FIFA-Boss: Wie die UEFA den Machtkampf mit Infantino eskaliert

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Anzeige gegen FIFA-Boss: Wie die UEFA den Machtkampf mit Infantino eskaliert

Die UEFA arbeitet konsequent an einem Sturz von FIFA-Boss Gianni Infantino. Mit ihrem Gesuch an die US-Justiz zur Sicherung von Dokumenten rund um den verhinderten WM-Investorendeal bei einem Gericht in Florida haben die europäischen Fußball-Funktionäre den Konflikt auf ein neues Level gehoben. Der Fußball-Weltverband steuert auf die größte Krise seit den Skandalwirren um Ex-Chef Joseph Blatter vor gut elf Jahren zu.

Eine Rückkehr zu einer Zusammenarbeit zwischen UEFA und Infantino scheint unabhängig vom Ausgang der nun losgetretenen juristischen Aufarbeitung ausgeschlossen. "Die FIFA muss wieder als eine Institution geführt werden, die dem Fußball dient - und nicht als Instrument individueller Macht agiert", hieß es in einer UEFA-Stellungnahme nach dem Treffen aller 55 Mitgliedsverbände in Monaco.

Mit seinem abseits aller FIFA-Institutionen mit US-Geschäftspartnern vorangetriebenen Milliarden-Deal zur WM-Vermarktung hat Infantino aus Sicht der UEFA eine rote Linie überschritten. Die seit Langem gärende Stimmung bei den Europäern gegen ihn ist in offene Konfrontation gekippt.

Es geht längst nicht mehr nur um Bagatellen wie die verspätete Anreise im Privatjet zum Kongress in Paraguay 2025 oder die krude Männerfreundschaft mit US-Präsident Donald Trump, die in der Verleihung des FIFA-Friedenspreises gipfelte. "Infantino polarisiert die Fußball-Welt, wie man es noch nie erlebt hat", sagt die norwegische Verbandschefin Lise Klaveness - eine der größten Kritikerinnen des Schweizers.

Fakt ist: Das letzte bisschen Vertrauen zum einstigen UEFA-Generalsekretär ist aufgebraucht. Seit 2016 wurde ihm in mehreren Fällen persönliche Bereicherung vorgeworfen - und sein Versuch, die WM-Rechte teilweise zu privatisieren, ist Wasser auf die Mühlen aller Gegner, die Infantino für korrupt halten. Die UEFA will ihn stürzen. Daran lässt sie keinen Zweifel mehr.

Mit dem auf 60 Seiten für ein Distriktgericht in Florida ausformulierten Erklärungen und Anschuldigungen macht die UEFA klar, dass sie nicht bloß von einem Fall sportjuristischer Verfehlungen ausgeht. Sie strebt ein strafrechtliches Verfahren an und will Beweise sichern lassen, die vor Schweizer Gerichten gegen Infantino vorgebracht werden können.

Das Vorgehen und die USA als Ort der Auseinandersetzung sind konsequent. Auch Infantinos Vorgänger Joseph Blatter räumte seinen Posten erst, als sich die US-Justiz mit dem damaligen FIFA-Gebaren befasste. Sollten die Richter einen Anhaltspunkt finden, dass nicht nur Schweizer Recht gebrochen worden sein könnte, sondern auch US-Interessen tangiert sind, bekäme die Entwicklung noch mehr Tragweite.

Noch ist keine Anklage erhoben. Es geht nur um die Vorbereitung eines möglichen Verfahrens in der Schweiz. Sollte es dazu kommen, könnten die Folgen für Infantino aber gravierend sein. Der juristische Vorwurf lautet auf ungetreue Geschäftsbesorgung. Das kann ein Bußgeld und sogar Haftstrafen nach sich ziehen. Bis zu fünf Jahre Haft sind möglich.

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