Medienkompetenz: Was im Klassenchat landet und warum das Probleme macht
Pornos, Dickpics und KI-manipulierte Bilder zirkulieren längst auch in Schulchats.
Experten erklären, warum solche Inhalte weitergeleitet werden.
Pornos, Gewaltvideos und manipulierte Bilder gehören in vielen Klassenchats längst zur Realität.
Besonders heikel sind sexualisierte Inhalte, die ohne Einverständnis der Betroffenen weitergeleitet, verfremdet oder mit Künstlicher Intelligenz (KI) neu erzeugt werden.
Experten berichten, dass Kinder und Jugendliche oft nicht einschätzen können, welche Folgen ihr Handeln hat - und dass auch das Teilen sexualisierter Gewalt strafbar machen kann.
Die Opfer leiden mitunter jahrelang unter den Mobbingfolgen.
Vor solchen Gefahren will die EU-Kommission Kinder besser schützen.
Soziale Netzwerke, bestimmte Spieleplattformen sowie Anbieter von KI für Kinder und Jugendliche sollen nach Plänen der EU-Kommission nachweisen müssen, dass sie sicher sind. „Vorher gibt es keinen Zugang zu den Minderjährigen“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Straßburg.
Bevor neue Regeln in Kraft treten, müssen sich das EU-Parlament und die 27 EU-Mitgliedsländer mit dem Vorschlag befassen.
Das könnte Monate oder sogar Jahre dauern.
Wie früh sexualisierte Grenzverletzungen beginnen Saskia Nakari vom Landesmedienzentrum (LMZ) in Stuttgart sagt, in Workshops mit sechsten Klassen beobachte sie regelmäßig, wie früh das Thema Jugendliche erreicht. „Von zehn jungen Mädchen sind sechs von ungefragt zugesandten sogenannten Dickpics, das heißt erigierten Penisbildern, betroffen“, sagt sie.
Solche Erfahrungen zeigten, wie normalisiert sexualisierte Grenzverletzungen in digitalen Räumen für viele schon geworden seien.
Zu den Problemen in Messenger-Gruppen kommt inzwischen die Möglichkeit hinzu, Bilder mit KI zu manipulieren oder neu zu generieren.
Das zeigt sich auch in der Beratungspraxis von Juuuport, einer bundesweiten Online-Beratungsplattform mit Sitz in Hannover .
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