Huthi-Vormarsch: Was droht dem globalen Ölhandel?
Die Huthi-Miliz kontrolliert die jemenitische Küste und die Meerenge Bab al-Mandab - und setzt Saudi-Arabien unter Druck. Welche Folgen hat das für die Region und die Ölversorgung?
Die Huthi-Rebellen haben bei ihrer Offensive im Jemen laut der jemenitischen Regierung die gesamte Küste des Landes am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht und sollen auch die für den Ölhandel wichtige Meerenge Bab al-Mandab kontrollieren können. Damit und mit Drohnenangriffen setzt die Miliz zudem das verfeindete Saudi-Arabien massiv unter Druck.
Was bedeutet das für die Stabilität der Nahost-Region , den Huthi-Kriegsgegner Saudi-Arabien und die weltweite Versorgung mit Öl sowie weiteren Gütern? Das erklärt Nahost- und Sicherheitsexperte Hans-Jakob Schindler bei ZDFheute live.
Sehen Sie oben das ganze Interview im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Schindler ...
Da durch die angespannte Lage an der Straße von Hormus infolge des Kriegs zwischen USA und Iran das Königreich Saudi-Arabien bereits Probleme mit der Ölverschifffung gehabt habe, gefährde die Eskalation mit den Huthi-Rebellen und eine mögliche Blockade der Meerenge Bab al-Mandab nun die Exportfähigkeit Riads noch stärker.
Schindler betont zudem, dass weder in der Straße von Hormus noch in der Meerenge Bab al-Mandab die militärische Situation das vorrangige Problem für die Schifffahrt sei, sondern eher die Frage nach der Risikobereitschaft der Schiffsversicherer und die enorm gestiegenen Versicherungskosten.
Auch in Deutschland zeigten sich bereits jetzt die Auswirkungen der Auseinandersetzung, da die Ölpreise auf dem Weltmarkt auch der Richtpreis für die deutschen Ölkonzerne seien - und saudisches Öl einen wichtigen Faktor für den globalen Markt darstelle. "Wenn das saudische Öl dann vom Markt genommen ist, dann gehen die Ölpreise nach oben", sagt Schindler.
Zudem gebe es nicht viele alternative Ölverkäufer - und Öl von anderen Exporteuren, wie es die USA zum Beispiel sein könnten, sei deutlich teurer. Einen kleinen Lichtblick erkennt Schindler in der Straße von Hormus, wo der Schiffsverkehr durch den Geleitschutz des US-Militärs zuletzt "stetig angestiegen" sei.
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Die "einzige gute Nachricht in diesem Drama" ist laut Schindler, dass andere Rohstoffe und Fertigprodukte aus Asien in so großen Massen transportiert würden, dass Verbraucher in Deutschland selbst bei einer Umleitung des Schiffsverkehrs über längere Routen nur geringe Auswirkungen spüren würden.
"Da geht es dann um ein, zwei Cent in den Preisen nach oben", sagt Schindler.
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