Gründer willkommen: Pharmastandort Marburg zwischen Krise und Lichtblick
Trotz massiver Jobverluste in der Pharmaindustrie setzt Marburg auf Start-ups und neue Perspektiven für betroffene Mitarbeiter und Forschende.
Welche Chancen der Standort jetzt bietet.
Stellenstreichungen bei Biontech, bei CSL und Innexis - Die Hiobsbotschaften am Pharmastandort Marburg häuften sich in den vergangenen eineinhalb Jahren.
Rund 1.300 Arbeitsplätze könnten in der mittelhessischen Stadt durch die Einschnitte verloren gehen - das dürfte auch für die kleinere und mittlere Betriebe in ihrem Umfeld nicht ohne Folgen bleiben.
Hoffnungen setzt die Stadt jetzt auf Gründer: Ein Start-up-Hub soll für neuen Schwung sorgen - und zugleich als Sprungbrett für Absolventen der Marburger Philipps-Universität dienen.
Warum streichen die Firmen Stellen? Die Hintergründe für die Einschnitte sind ganz unterschiedlich.
Während das in der Corona-Pandemie bekanntgewordene Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech in Marburg einen Produktionsstandort für Impfstoff unterhält, betrieb CSL hier auch Forschung und Entwicklung.
Diese Aktivitäten werden derzeit jedoch im Unternehmen zusammengeführt.
Beide Unternehmen schrieben zuletzt hohe Verluste.
Von der geplanten Aufgabe des Marburger Biontech-Werks wären nach früheren Angaben 540 Beschäftigte betroffen, das Unternehmen hatte den Schritt mit einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und Kosteneinsparungen begründet.
Es prüft nun für diesen und mehrere weitere Standorte Veräußerungsoptionen.
CSL mit Sitz im australischen Melbourne ist auf plasmabasierte Therapien gegen seltene Erkrankungen spezialisiert.
Bei dem Unternehmen dürften die Einstellung der Forschung und Entwicklung in Marburg sowie Einschnitte in der Produktion zwar zusammen rund 780 Arbeitsplätze kosten.
Trotzdem solle Marburg einer der wichtigen Produktionsstandorte im CSL-Netzwerk mit künftig noch rund 2.800 Beschäftigten bleiben, wie eine Sprecherin betonte. „Es werden weiter laufend Investitionen in den Standort getätigt.“ Was sind die Folgen für die Betroffenen und die Stadt? „Das ist vor allen Dingen für die Beschäftigten eine ganz schlimme Sache“, sagt Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD).
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