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Nach Strafanzeige wegen Betrugs - Millionen-Betrüger Holt auf der Flucht

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Nach Strafanzeige wegen Betrugs - Millionen-Betrüger Holt auf der Flucht

Osnabrück – Millionen-Betrüger Hendrik Holt (36) ist auf der Flucht! Der verurteilte Windpark-Hochstapler ist weg. Schon vor zwei Tagen kehrte Holt nach einem genehmigten Ausgang nicht in die JVA Berlin zurück.

Staatsanwalt Martin Schanz bestätigt BILD: „Der Verurteilte Holt ist am 25.08.2026 nicht von einem genehmigten Ausgang in die Justizvollzugsanstalt des offenen Vollzuges Berlin zurückgekehrt.“ Dann die unmissverständliche Einschätzung: „Mittlerweile liegen Tatsachen vor, aufgrund derer von einer Flucht auszugehen ist.“ Die „erforderlichen Fahndungsmaßnahmen“ seien bereits eingeleitet worden. Nach BILD-Informationen vermutlich gemeinsam mit seiner Ehefrau Jana, einem Kind und dem Baby. Alle weg. Offiziell bestätigt ist das bislang nicht.

Und das Timing ist brisant! Ausgerechnet jetzt liegt bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück eine Strafanzeige wegen Betrugs gegen Holt und zwei Verantwortliche der Käuferseite rund um den Flughafen Rostock-Laage. Der Kaufpreis: 3,1 Millionen Euro. Nach Recherchen der „Welt“ soll Holt im Juli 2025 bei einem Treffen von Käufer- und Verkäuferseite in Berlin aufgetaucht sein und den Eindruck vermittelt haben, hinter den Kulissen wirtschaftlich eine wichtige Rolle zu spielen.

Der Vorwurf: Vom Kaufpreis soll nur ein Bruchteil gezahlt worden sein. Bewiesen ist das nicht. Holt bestreitet jede Beteiligung. Und ausgerechnet im Mai hatte Holt gegenüber BILD noch seinen Neustart angekündigt. Der Mann, der einst mit Bentley, Maßanzug, Einstecktuch und Chauffeur den erfolgreichen Unternehmer gab, sagte: „Ich bin jetzt frei, ich habe meine Schuld abgesessen und will neu anfangen.“ Und: „Meine Aktivitäten, allerdings im legalen Bereich, die haben nie aufgehört.“ Über seine Netzwerke sagte er: „Das ist schon Power. Das ist jetzt nicht irgendwie so der kleine Holt da alleine.“ Seine Ansage: „Wir starten nicht neu. Im Grunde sind wir wieder da.“ Und: „Wir werden richtig angreifen. Also richtig. Mit richtig Schwung, wie es das, glaube ich, noch nie gegeben hat.“

Seine Vorgeschichte: 2022 verurteilte ihn das Landgericht Osnabrück wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft. Seine Masche: erfundene Windparkprojekte, gefälschte Pachtverträge und Unterschriften. Am 17. April 2020 wurde er im Berliner Hotel Adlon festgenommen. Und noch immer läuft sein Insolvenzverfahren. Insolvenzverwalter Dr. Malte Köster zufolge wurden mehr als 40 Millionen Euro Gläubigerforderungen angemeldet. Holt selbst sah seinen früheren Betrug im BILD-Interview anders: „Ich habe gar keinen Schaden gemacht.“ Jetzt ist er weg.

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