Brüssel: Jugendliche und Polizei liefern sich Auseinandersetzungen in Belgien
Seit mehreren Tagen demonstrieren Schülerinnen und Schüler in Frankreich gegen schlecht ausgestattete Schulen. Dabei kommt es immer wieder zu Ausschreitungen. Doch auch im französischsprachigen Teil des Nachbarlands Belgien gehen seit Tagen junge Menschen auf die Straße. In der Hauptstadt Brüssel ist es nun am Rande einer Demonstration zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen.
Die Polizei erklärte, sie sei von teilweise maskierten Jugendlichen mit Stöcken und Flaschen angegriffen worden und habe daraufhin Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Demnach handelte es sich um »Hunderte Jugendliche«, die sich den Demonstranten angeschlossen hätten.
Belgische Gewerkschaften hatten angesichts der Sparmaßnahmen der Regierung zu einem Streik- und Aktionstag aufgerufen. Der Polizei zufolge versammelten sich rund 30.000 Menschen nahe dem historischen Zentrum in Brüssel. Die Demonstration sei friedlich verlaufen, erklärten die Behörden. Dort, wo die Jugendlichen sich versammelt hätten, sei die Atmosphäre jedoch nach und nach angespannter geworden, »und es kam zu schweren Störungen der öffentlichen Ordnung«.
Am frühen Nachmittag erklärte die Brüsseler Polizei, der angemeldete Demonstrationszug sei beendet. Die »in einigen Bereichen festgestellten Unruhen« stünden »in keinem Zusammenhang mit den Forderungen oder mit dem Ablauf der heutigen Kundgebung«.
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichten von wiederholten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Im Viertel Marolles errichteten Jugendliche Straßenblockaden.
Schüler der französischsprachigen Gemeinschaft Belgiens protestieren seit Tagen gegen Kürzungen im Bildungsbudget – inspiriert von den Protesten in Frankreich. Zentrum der Proteste war bisher die Stadt Lüttich, rund 100 Kilometer östlich von Brüssel. In Lüttich waren allein am Montag mehr als 20 Polizeibeamte leicht verletzt worden, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet. Teilnehmer hätten die Polizei etwa mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen.
Seit dem Start der Proteste am Donnerstag vor einer Woche kam es zu etlichen Festnahmen, Straßenblockaden, zu kleinen Bränden und eingeschlagenen Fensterscheiben.
4 Min Zur Merkliste hinzufügen Schülerdemos in Frankreich: »Irgendwann kommt es zu einer Explosion« 1 Min Zur Merkliste hinzufügen 1 Min Zur Merkliste hinzufügen Neue Demos, neue Ausschreitungen, mehr als 500 Festnahmen: Frankreich setzt kurzfristig 3000 Vertretungslehrer ein 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen In Belgien hat es in den vergangenen Monaten immer wieder Streiks und Demonstrationen gegen die Reformen der Regierung von Premierminister Bart De Wever gegeben. Diese sehen vor, dass in den kommenden Jahren zehn Milliarden Euro in dem hochverschuldeten Land eingespart werden sollen.
Die Schülerproteste in Frankreich wachsen sich zu einer Massenbewegung aus. Der linke Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon träumt schon davon, dass ihn die Wut der Jugend in den Élysée trägt. Mehr dazu lesen Sie hier.
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