Kampfmittel: Mehr als 40 Tonnen Kampfmittel in Sachsen-Anhalt entdeckt
Fliegerbomben, Granaten und Panzerfäuste: Mehr als 40 Tonnen Kampfmittel wurden in diesem Jahr bislang im Land entdeckt.
Warum die Region Braunsbedra aktuell ein besonderer Schwerpunkt ist.
In Sachsen-Anhalt sind im laufenden Jahr insgesamt 40,5 Tonnen Kampfmittel gefunden worden.
Nach Angaben der Polizeiinspektion Zentrale Dienste in Magdeburg hat es bis Ende September insgesamt 219 Fundstellen gegeben.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst habe in diesem Zeitraum elf Fliegerbomben mit einem Gewicht von mindestens 50 Kilogramm unschädlich gemacht.
Sechs davon konnten demnach entschärft werden, drei waren ohne Zünder.
In zwei Fällen mussten die Bomben gesprengt werden, heißt es weiter.
Ein Schwerpunkt lag in den vergangenen Wochen in Braunsbedra im Saalekreis.
Dort wurden seit Ende September bei Untersuchungen für einen geplanten Brückenneubau der Bahn-Tochter DB InfraGo mehrfach Fliegerbomben gefunden.
Dass es ausgerechnet dort immer wieder Funde gibt, ist nicht überraschend.
An der Landesstraße 178 zwischen der Stadt Braunsbedra und dem Ortstreil Krumpa im Saalekreis wird derzeit das Baufeld im Vorfeld der Bauarbeiten systematisch nach Kampfmitteln abgesucht.
Wie aus Planungsunterlagen des Eisenbahn-Bundesamtes hervorgeht, handelt es sich um eine Verdachtsfläche für Kampfmittel.
Braunsbedra war Standort für Treibstoffproduktion in NS-Zeit Hintergrund ist die Geschichte des Ortes: Auf dem Gelände wurde ab 1936 das Mineralölwerk Lützkendorf errichtet, das später als „Addinolwerk“ bekannt war.
Nach Angaben des Unternehmens Addinol Lube Oil, das seinen Sitz heute in Leuna hat, wurden an dem damaligen Standort während des Zweiten Weltkriegs bis zu 111.000 Tonnen Rohstoffe verarbeitet und Rekordumsätze erzielt.
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