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Firmeninsolvenzen auf 13-Jahres-Hoch - Alle 19 Minuten geht eine Firma pleite!

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Firmeninsolvenzen auf 13-Jahres-Hoch - Alle 19 Minuten geht eine Firma pleite!

Wiesbaden – Deutschlands Pleitewelle rollt weiter! Alle 19 Minuten geht hierzulande rechnerisch ein Unternehmen in die Insolvenz. Im Juli registrierten die Amtsgerichte 2373 Firmenpleiten – acht Prozent mehr als im Vorjahresmonat. So viele waren es in einem Juli seit 13 Jahren nicht mehr. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.

Die Folgen treffen auch die Beschäftigten: Allein im dritten Quartal waren nach Berechnungen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rund 41.000 Arbeitsplätze von Firmeninsolvenzen betroffen. Zwar bedeutet eine Pleite nicht automatisch, dass alle Mitarbeiter ihren Job verlieren. Doch für viele Beschäftigte beginnt damit das Bangen um ihren Arbeitsplatz.

Auch die Jahresbilanz zeigt, wie angespannt die Lage ist: Von Januar bis Juli wurden bereits 15.185 Firmeninsolvenzen registriert, 6,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die reale Lage dürfte noch dramatischer sein: Die tatsächlichen Insolvenzanträge liegen meist rund drei Monate zurück, da Fälle erst nach einer ersten Gerichtsentscheidung statistisch erfasst werden.

Besonders häufig erwischt es Transport- und Logistikunternehmen. Auf je 10.000 Betriebe kamen hier 85,5 Pleiten – deutlich mehr als im Branchen schnitt. Dahinter folgen das Gastgewerbe mit 70 und die Baubranche mit 62,9. Im Durchschnitt aller Branchen waren es 42,8.

Mittelstandsexperte Marc Evers von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnt: „Der kleine Aufschwung droht auch nur von kurzer Dauer zu sein, denn er basiert überwiegend auf den hohen schuldenfinanzierten Staatsausgaben.“ Er fordert schnelle Reformen, um die Unternehmen zu entlasten. Wie groß die Pleitewelle inzwischen ist, zeigt ein weiterer Vergleich: Laut IWH lagen die Firmeninsolvenzen im September sogar 85 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 – also vor der Corona-Pandemie.

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