Trump und der Kampf um die US-Geschichte
Trump nimmt das Nationale Geschichtsmuseum ins Visier und fordert eine patriotischere Darstellung der US-Geschichte. Kritiker warnen vor Einflussnahme auf Kulturinstitutionen.
"Warnung: Die Ausstellungsstücke in diesem Museum wurden von Menschen zusammengestellt, die nicht wollen, dass Sie Ihr Land lieben." Würde ein solches Schild am Eingang des Deutschen Historischen Museums in Berlin stehen, wäre die Empörung vermutlich groß. In den USA empfiehlt der Innenpolitische Rat genau das dem Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump ordnete anschließend per Dekret die Aufstellung von Warnschildern vor dem National Museum of American History in Washington an. Das Dekret "Restoring Trust in the Smithsonian Institution" sieht Schilder mit Hinweisen vor, die sich auf die Erkenntnisse aus dem 162-seitigen Bericht des Innenpolitischen Rats stützen.
Historiker sehen darin einen weiteren Schritt im Streit um die Darstellung der US-amerikanischen Vergangenheit. Sarah Weicksel, Geschäftsführerin der American Historical Association, bezeichnet die Maßnahme als Teil eines umfassenderen Versuchs der Regierung, festzulegen, welche Aspekte der US-Geschichte in Museen, Nationalparks und anderen öffentlichen Einrichtungen dargestellt werden.
Um die interne Autonomie der Smithsonian-Museen zu umgehen, nutzt das Weiße Haus einen juristischen Kniff. Die Schilder sollen auf den Gehwegen vor dem Museum platziert werden. Diese werden vom National Park Service verwaltet und unterstehen damit der Regierung.
Die Smithsonian Institution umfasst insgesamt 21 Museen - darunter das National Museum of American History - und den Nationalzoo. Sie beschäftigt über 7.000 Angestellte und Tausende Ehrenamtliche. Pro Jahr besuchen zwischen 15 und 30 Millionen Menschen die Einrichtungen bei freiem Eintritt. Finanziell ist die Smithsonian Institution nach eigenen Angaben zu etwa zwei Dritteln von staatlichen Fördergeldern abhängig. Diese lagen in den beiden vergangenen Jahren bei gut einer Milliarde Dollar. Quelle: Smithsonian Institution
In dem Bericht des Innenpolitischen Rats wird dem Museum vorgeworfen, "weiße, männliche und christliche Amerikaner überwiegend als Vertreter unterdrückerischer Machtstrukturen zu verunglimpfen." Die amerikanische Geschichte werde politisch genutzt, "um Bürger zu spalten und zu demoralisieren".
Kritisiert wird insbesondere, dass die Gründungszeit der USA und die Amerikanische Revolution in den Ausstellungen zu kurz kämen, während ihre Rolle als Sklavenhalter stärker hervorgehoben werde. Deshalb empfiehlt der Rat Warnhinweise an den Museumseingängen.
Die Führung des Smithsonian weist die Kritik zurück. Museumsdirektorin Anthea Hartig erklärte bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus, der Bericht beschreibe die Arbeit des Museums weder fair noch zutreffend.
Auch Sarah Weicksel widerspricht.
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