Expertin klärt auf - Darum beißen Katze manchmal beim Streicheln
Jeder Katzenbesitzer kennt das: Die Katze genießt die Streicheleinheiten, dreht sich dann abrupt um und beißt plötzlich in die Hand. Für uns Menschen ist der Grund oft nicht sofort ersichtlich. Doch es gibt einfache Signale, die jeder Katzenfreund und jede Katzenfreundin kennen sollte.
Haustier-Expertin Saskia Schneider erklärt vier wichtige Gründe und wie Sie diese umgehen.
Katzen zeigen subtile Anzeichen, die wir als Menschen nicht immer wahrnehmen. Manche Katzen stehen auf und gehen, wenn ihnen eine Situation zu viel wird. Andere werden schnell deutlicher, wenn der Mensch ihre Signale ignoriert. PETBOOK-Expertin Saskia Schneide r liefert die wichtigsten Hintergründe, warum Katzen beim Streicheln beißen:
Katzen kommunizieren fast ausschließlich über Körpersprache. Wer aufmerksam streichelt, kann erkennen, wann die Katze genug hat. Zuckt oder schlägt die Katze mit dem Schwanz, ist sie irritiert oder verärgert. Auch zuckende oder angelegte Ohren sind Zeichen dafür, dass das Tier nervös ist. Bemerkt man diese Signale, sollte man das Streicheln einstellen.
Langes Streicheln oder das Berühren unangenehmer Stellen kann zur Überstimulation führen. Dann beißt die Katze zu. Anzeichen sind zuckende Haut, erweiterte Pupillen oder angelegte Ohren. Dreht die Katze ihren Kopf und starrt die Hand an, sollte man das Streicheln sofort beenden.
Die Reaktion auf Überstimulation kann abrupt und heftig sein. Daher ist es wichtig, zu wissen, wann es der eigenen Katze zu viel wird. Sonst drohen nicht nur schmerzende Kratzer, sondern im schlimmsten Fall auch Vertrauensverlust.
Besonders junge Katzen wechseln schnell von Schmusen zu Spielen. Sie animieren ihren Menschen zum Spiel, indem sie die Hand sanft umfassen oder knibbeln. Fehlen Fauchen oder Knurren, ist das Beißen ein Spiel. Trotzdem sollte man lieber ein Spielzeug verwenden.
Katzen können zubeißen, wenn sie etwas sehen, das ihnen Angst macht. Beobachten sie einen fremden Artgenossen, kann die Aggression auf den Menschen überspringen. Experten sprechen von „Aggressionsverschiebung“. Das aggressive Handeln richtet sich dann gegen den Menschen, der zufällig in der Nähe ist.
Beißt die Katze zu, sollte man ihr das nicht übelnehmen. Auf keinen Fall die Katze anschreien oder gewalttätig werden. Das kann die Beziehung schwer belasten. Das Beste ist, die Katze genau zu beobachten und ihre Zeichen früh zu erkennen. Hört man nicht rechtzeitig auf zu streicheln, bevor die Katze zubeißt, sollte man spätestens nach dem Biss die Interaktion beenden, denn Katzen können beim Beißen auch Krankheiten übertragen.
Nach dem Spiel sollte man die Katze entscheiden lassen, was sie als Nächstes tun möchte. Manche ziehen sich zurück, andere bleiben in der Nähe, möchten aber nicht mehr gestreichelt werden. Das sollten wir als Halter respektieren.
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