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Ohne Zustimmung der Eltern - CDU plant Spezial-Schulen für gewalttätige Kinder

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Ohne Zustimmung der Eltern - CDU plant Spezial-Schulen für gewalttätige Kinder

Berlin – Oft sind es wenige Schüler, deren Gewaltbereitschaft ganze Klassen und Schulen ins Chaos stürzt. „Wenn einer einen anderen krankenhausreif geschlagen hat, ist es nicht damit getan, ihn in eine Parallelklasse zu versetzen“, kritisiert Beate Maedebach (64) vom Schulleiterverband IBS. Die Berliner CDU will das ändern: Gewalttätige Problem-Schüler sollen an neue Spezial-Schulen versetzt werden – auch ohne Zustimmung der Eltern oder Schüler.

Grund ist die steigende Gewalt an Schulen . So sieht in der Hauptstadt mehr als jeder zweite Lehrer (57 Prozent) darin ein großes Problem. Auch religiös begründete Konflikte nehmen zu, zeigte eine im Sommer vorgestellte Studie der Berliner Bildungsverwaltung („ Gewaltbarometer “). Neigen Kinder zu Gewalt oder Radikalisierung, sollen sie künftig außerhalb der normalen Schulen unterrichtet werden. Bislang geht das nur, wenn die Eltern mitziehen oder ein Familiengericht es beschließt. „Wer immer wieder auffällt und besondere Unterstützung braucht – auch, weil die Familien mit der Situation überfordert sind –, darf nicht von Schule zu Schule weitergereicht werden“, sagt Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (43, CDU).

Das Besondere an diesen neuen „Schulen für Erziehungshilfe“? Speziell geschulte Lehrer konzentrieren sich auf kleine Gruppen, unterstützt von Sozialpädagogen. Zudem soll es dort Familienklassenzimmer geben: Einmal die Woche müssen die Eltern erscheinen, am Unterricht teilnehmen und so ihre Kinder unterstützen. „Wir nehmen die Eltern in die Pflicht und stärken Lehrerinnen und Lehrer, damit sie Respekt, Regeln und Verantwortung nicht nur vermitteln, sondern auch durchsetzen können“, verspricht Stefan Evers (46), CDU-Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl (20. September).

Die Schul-Studie zeigt außerdem: Bei 7 Prozent der Gewaltvorfälle spielt Religion eine Rolle. Fast jeder zweite muslimische Neuntklässler findet sogar, dass religiöse Regeln Vorrang haben sollten vor Schulregeln. Der Gegenplan: Damit Gebetsräume an Schulen keine Rückzugsorte für Radikale werden, sollen dort Lehrer Aufsicht führen – das würde für alle Schulen gelten. Polizei und Justiz sollen den Schulen Daten zu Straftaten mitteilen, etwa die Einstufung als Gefährder.

Auch Social Media lenkt vom Unterricht ab und kann zur Radikalisierung beitragen. Deshalb soll das Schulgesetz einheitlich regeln, wann Smartphones erlaubt sind: In Grundschulen sollen sie verboten werden, in höheren Jahrgängen auf Pausen und Freistunden begrenzt werden. In Baden-Württemberg geht ein ähnlicher Vorstoß noch weiter: Das geplante Handy-Verbot gilt für alle Schulen und alle Klassen – von der ersten bis zur letzten Unterrichtsstunde, inklusive Pausen.

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