Punktehandel in Brisbane aufgedeckt - Frau übernimmt 1266 Bußgelder für andere
Brisbane (Australien) – Eine Frau (27) übernahm für Geld fremde Verkehrsverstöße, jetzt sitzt sie in U-Haft! Die Australierin soll über Jahre ein lukratives Geschäft mit Verkehrssündern betrieben haben. Wer seinen Führerschein retten wollte, konnte bei ihr gegen Zahlung Strafpunkte und Bußgelder abladen.
Die Polizei wirft der jungen Frau vor, ihre Dienste über soziale Medien angeboten zu haben. Gegen Bezahlung schrieb sie die Verstöße anderer Autofahrer auf ihren Namen um. So konnten die eigentlichen Sünder laut Ermittlern einer drohenden Führerschein-Sperre entgehen.
Ganze 1266 Bußgeldbescheide sollen zwischen 2022 und Juni 2026 bei der 27-Jährigen gelandet sein. Auf ihrem Führerscheinkonto häuften sich dadurch nach Polizeiangaben aktuell rund 1150 Strafpunkte an. Die dazugehörigen Bußgelder summierten sich auf etwa 620.000 australische Dollar, wie die Polizei von Queensland mitteilt.
Am Donnerstag schlugen die Fahnder zu. Die Frau wurde festgenommen und wegen Betrugs angeklagt. Noch am selben Tag musste sie vor Gericht erscheinen. Dort wurde sie zunächst in Untersuchungshaft genommen.
Für die Ermittler ist der angebliche Punktehandel mehr als nur Betrug. Denn viele Fahrer, die den Dienst mutmaßlich nutzten, hätten eigentlich ihren Führerschein verlieren müssen. Stattdessen sind sie weiter auf Australiens Straßen unterwegs. Die Polizei kündigte an, auch gegen weitere Beteiligte vorzugehen. Wie viel Geld die Frau und mögliche Beteiligte mit dem Betrug verdient haben, ist nicht bekannt.
Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Bereits 2024 soll ein Mann in Australien laut Polizei mehr als 200 Verkehrsverstöße und rund 695 Strafpunkte für andere Fahrer übernommen haben. Auch in Deutschland reagierte der Gesetzgeber jüngst auf solche Maschen: Seit Juli 2026 drohen Punktehändlern, Vermittlern und Auftraggebern Bußgelder von bis zu 30.000 Euro.
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