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Limerenz fühlt sich laut Psychologen an wie Liebe, dauert im Schnitt zwei Jahre und zerstört den Alltag.

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Limerenz fühlt sich laut Psychologen an wie Liebe, dauert im Schnitt zwei Jahre und zerstört den Alltag.

Fast jeder kennt das Gefühl, verliebt zu sein: Die Gedanken kreisen um die ersehnte Person, das Herz schlägt schneller, man ist aufgeregt und euphorisch, nimmt die Welt intensiver wahr und wartet sehnsüchtig auf die nächste Nachricht oder das nächste Treffen.

Doch was passiert, wenn diese Gefühle immer stärker werden, über lange Zeit den Alltag beherrschen und kaum noch Raum für andere Gedanken lassen – bis Arbeit, Schlaf und sogar Freundschaften darunter leiden? Dann kann Verliebtheit eine obsessive Form annehmen, die in der Psychologie als Limerenz bezeichnet wird. Dieser Zustand wird vor allem durch Sehnsucht, Unsicherheit und Fantasie genährt.

Prof. Dr. Wera Aretz , Diplom-Psychologin und Wirtschaftspsychologie-Professorin, ist zertifizierte Paartherapeutin und Expertin für Online-Dating. Sie ist Teil unseres EXPERTS Circle .

Der Begriff Limerenz geht auf die Psychologin Dorothy Tennov zurück, die diesen Gefühlszustand bereits in den 1970er-Jahren beschrieb. Gemeint ist eine intensive emotionale Fixierung auf einen anderen Menschen, geprägt von

Die intensiven Gefühle müssen sich nicht auf eine Person richten, mit der bereits eine Beziehung besteht oder regelmäßig persönlicher Kontakt stattfindet. Limerenz kann sich ebenso auf flüchtige Bekannte, Kolleginnen und Kollegen, frühere Affären oder nahezu fremde Personen beziehen. Gerade wenn reale Nähe fehlt, bleibt besonders viel Raum für Hoffnungen, Projektionen und Fantasien.

Limerenz gilt bislang nicht als eigenständige psychische Störung. Der Begriff beschreibt vielmehr ein Spektrum, das von intensiver Schwärmerei bis zu einer stark belastenden Fixierung reicht. Mit dem Limerence Questionnaire (LQ-11) wurde 2025 erstmals ein wissenschaftlich geprüfter Kurzfragebogen veröffentlicht . Er erfasst vor allem zwei Bereiche:

Damit wird klar: Limerenz geht weit über romantische Verliebtheit hinaus. Sie kann Denken, Fühlen und Handeln über lange Zeit beherrschen bis zentrale Lebensbereiche wie Arbeit, Schlaf, Freundschaften oder eigene Bedürfnisse vernachlässigt werden.

Ein erstes Warnsignal ist das Gefühl, die eigenen Gedanken und Handlungen kaum noch steuern zu können. Ein Crush darf aufregend sein. Problematisch wird es, wenn sich die Beschäftigung mit der Person nicht mehr freiwillig unterbrechen lässt und andere Lebensbereiche zunehmend verdrängt.

Die andere Person wird dann innerlich zur vermeintlichen Quelle des eigenen Glücks: „Nur wenn sie meine Gefühle erwidert, kann ich wirklich erfüllt sein.“ Daraus kann ein starker Drang entstehen, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, ihr Interesse aufrechtzuerhalten oder ständig nach Anzeichen von Nähe zu suchen.

Besonders verstärkend wirkt dabei die Unvorhersehbarkeit : Mal kommt eine Nachricht, ein Kompliment oder ein Zeichen von Interesse, dann wieder lange nichts. Solche wechselnden Belohnungen können dazu führen, dass das Gehirn noch stärker nach dem nächsten positiven Signal sucht. In der Psychologie spricht man von intermittierender Verstärkung – einem Mechanismus, der auch bei suchtähnlichen Verhaltensmustern eine Rolle spielen kann.

Die Forschung weist auf mehrere Faktoren hin, die mit Limerenz zusammenhängen.

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