Wechseljahre - Hormontherapie könnte Demenz-Risiko senken
Eine Hormontherapie gegen Wechseljahres-Beschwerden könnte noch einen weiteren Nutzen haben: Eine große britische Studie mit mehr als 183.000 Frauen bringt die Hormonersatztherapie mit einem niedrigeren Demenz-Risiko in Verbindung. Entscheidend könnte dabei sein, wann Frauen mit der Behandlung beginnen.
Hitzewallungen, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen: Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann Frauen bei starken Beschwerden in den Wechseljahren helfen. Jetzt liefert eine große britische Studie Hinweise darauf, dass die Behandlung möglicherweise auch für die langfristige Gesundheit des Gehirns eine Rolle spielt.
Forscher der University of East Anglia und der University of Exeter werteten Daten von 183.450 Frauen nach der Menopause aus. Im Schnitt wurden sie mehr als 13 Jahre beobachtet. In dieser Zeit erhielten 3948 Frauen eine Demenz-Diagnose.
Das auffällige Ergebnis: Frauen, die mindestens ein Jahr lang HRT angewendet hatten, hatten statistisch gesehen ein zehn Prozent niedrigeres Risiko für eine Demenz . Für Alzheimer lag das Risiko laut Auswertung sogar 16 Prozent niedriger. Besonders interessant war der Zeitpunkt des Beginns. Die stärksten Zusammenhänge fanden die Wissenschaftler bei Frauen, die zwischen 46 und 56 Jahren mit der Hormontherapie begonnen hatten.
Noch deutlicher war der Zusammenhang bei bestimmten Gruppen. Dazu gehörten Frauen nach einer operativ ausgelösten Menopause , Trägerinnen der Genvariante APOE ε4, die mit einem höheren Alzheimer-Risiko verbunden ist, sowie Frauen, die im Laufe ihres Lebens vergleichsweise wenigem körpereigenen Östrogen ausgesetzt waren.
Studienleiterin Prof. Anne-Marie Minihane erklärt, dass Frauen fast zwei Drittel der Alzheimer -Fälle ausmachen. Als mögliche Gründe gelten neben der höheren Lebenserwartung auch Auswirkungen der Menopause auf den Gehirnstoffwechsel.
So vielversprechend die Zahlen auch klingen: Die Studie beweist nicht, dass die Hormone vor Demenz schützen. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Andere Unterschiede zwischen Frauen mit und ohne HRT könnten die Ergebnisse mit beeinflusst haben. Die Autoren selbst betonen, dass weitere Forschung nötig ist. Deshalb sollte eine Hormontherapie nicht allein zur Demenz-Vorbeugung begonnen werden. Ob sie sinnvoll ist, hängt unter anderem von Beschwerden, Alter, persönlichen Risiken und der individuellen Krankengeschichte ab.
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