Anklage gegen Tochter abgeschmettert - Überraschung im Zoff um Assauer-Erbe
Gelsenkirchen – Jahrelang stand der schwere Verdacht im Raum, die an Alzheimer erkrankte Schalke-Legende Rudi Assauer (†74) sei von Menschen aus seinem engsten Umfeld um Hunderttausende Euro gebracht worden. Jetzt die überraschende Wende: Das Landgericht Essen hat die zentralen Betrugsvorwürfe gegen seine Tochter und zwei frühere Vertraute abgeschmettert!
Erst im Mai hatte die Staatsanwaltschaft Essen nach jahrelangen Ermittlungen Anklage gegen Assauers Tochter Bettina Michel (61), seine ehemalige Sekretärin Sabine Söldner (66) und den früheren Fußball-Trainer Werner Kasper (74) erhoben.
Der schwere Vorwurf: Sie sollen Rudi Assauers fortschreitende Alzheimer-Erkrankung damals ausgenutzt haben, um sich an seinem Vermögen zu bereichern. Im Zentrum standen zwei Immobiliengeschäfte. Laut Anklage ging es um insgesamt 767.080 Euro. Die Staatsanwaltschaft warf den drei Beschuldigten unter anderem banden- und gewerbsmäßigen Betrug vor.
Doch zu dem geplanten großen Betrugsprozess kommt es vorerst nicht. Nach BILD-Informationen hat die zuständige Strafkammer des Landgerichts Essen entschieden, die Anklage hinsichtlich der beiden Betrugsvorwürfe nicht zur Hauptverhandlung zuzulassen. Nach BILD-Informationen sieht das Gericht in diesen Punkten keinen hinreichenden Tatverdacht.
Heißt: Die Staatsanwaltschaft wollte Michel, Söldner und Kasper wegen der Immobiliengeschäfte vor Gericht bringen. Die Richter sehen dafür nach Prüfung des Falls keine ausreichende Grundlage.
Michels Strafverteidiger Burkhard Benecken (50) reagiert gegenüber BILD deutlich: „Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft war juristisch vollends unterzuckert und ist zu Recht zusammengefallen wie ein Kartenhaus.“
Und weiter: „Wie häufig in Promi-Verfahren war auch hier der Promi-Malus deutlich spürbar. Meine Mandantin ist erleichtert und hofft, dass dieser rufschädigende Spuk nun ein Ende hat.“
Hintergrund des jahrelangen Verfahrens ist die Frage, was mit Assauers Vermögen während seiner schweren Demenz -Erkrankung geschah. 2011 holte Michel ihren kranken Vater zu sich nach Herten (NRW). Damals lag das Vermögen des erfolgreichen Fußball-Managers laut Steuerunterlagen bei rund 2,3 Mio. Euro netto. Als Assauer im Februar 2019 starb, bestand sein offiziell angegebener Nachlass dagegen nur noch aus wenigen Vermögenswerten.
Die Ermittlungen führten schließlich zu den beiden Immobiliengeschäften, die im Mittelpunkt der im Mai erhobenen Anklage standen – und deren Betrugsvorwürfe das Landgericht jetzt nicht zur Hauptverhandlung zugelassen hat.
Ganz beendet ist das Verfahren für Bettina Michel allerdings noch nicht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr zusätzlich vor, im Mai 2024 falsche Angaben über den Nachlass ihres Vaters an Eides statt gemacht zu haben.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.