Sauer oder alkalisch? - Wie der pH-Wert des Bodens Ihren Garten beeinflussen kann
Wer im Garten alles richtig macht und trotzdem gelbe Heidelbeer-Blätter bekommt, sollte nicht zuerst am Dünger zweifeln. Oft entscheidet ein unsichtbarer Wert im Boden darüber, ob Pflanzen wachsen oder kümmern: der pH-Wert.
Der pH-Wert zeigt an, wie sauer oder alkalisch der Gartenboden ist. Die Skala, auf der gemessen wird, reicht von 0 bis 14, wobei die Mitte – also 7 – als neutral gilt. Darunter ist der Boden sauer, darüber alkalisch. Die meisten Gartenpflanzen bevorzugen leicht saure bis neutrale Bedingungen, weiß myHOMEBOOK . Mit Teststreifen aus dem Gartenfachhandel lässt sich der Wert grob bestimmen, noch genauer geht es per Bodenprobe im Labor.
Der pH-Wert beeinflusst, ob Nährstoffe den Wurzeln überhaupt zur Verfügung stehen. Denn Pflanzen können sie nur in gelöster Form aufnehmen. Liegt der Wert ungünstig, bleiben manche Stoffe im Boden gebunden, obwohl sie vorhanden sind. Die Folge können sichtbare Mangelerscheinungen sein.
Besonders empfindlich reagieren Heidelbeeren. Sie benötigen einen deutlich sauren Boden. Ist der pH-Wert zu hoch, werden die Blätter gelb und die Pflanzen wachsen schlecht. Auch Rhododendren, Azaleen und Kamelien gehören zu den Arten, die saure Böden bevorzugen. Flieder, Buchsbaum sowie mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Lavendel vertragen dagegen höhere Werte und kommen auch mit neutralem Boden gut zurecht.
Der pH-Wert bleibt nicht dauerhaft gleich. Regen nimmt Kohlendioxid aus der Luft auf und wirkt dadurch leicht sauer. Auch Nadelstreu und bestimmte Düngemittel können den Wert über längere Zeit senken.
In die andere Richtung wirkt kalkhaltiges Leitungswasser. Wer jahrelang mit hartem Wasser gießt, kann den pH-Wert im Beet langsam anheben. Deshalb empfiehlt sich alle paar Jahre eine Bodenprobe.
Für Sandböden gelten pH-Werte von 5,0 bis 6,5 als günstig, für Lehmböden 5,5 bis 7,0 und für Tonböden 6,0 bis 7,5. Ist der Boden zu sauer, kann kohlensaurer Kalk helfen. Moorbeetpflanzen wie Heidelbeeren, Rhododendren und Eriken bilden jedoch eine Ausnahme, weil sie saure Böden benötigen. Liegt der Wert zu hoch, ist das nicht automatisch ein Problem. Entscheidend bleibt, wie gut die Pflanzen wachsen.
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