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Deutschland

CDU-Mann rät Parteifreunden - „Wählt Siegmund zum Landeschef“

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CDU-Mann rät Parteifreunden - „Wählt Siegmund zum Landeschef“

Magdeburg – Sollten CDU-Abgeordnete im Dezember Ulrich Siegmund (35) zum Ministerpräsidenten mitwählen? Einer, der gerade aus dem Landtag ausgeschieden ist, rät seiner Partei genau dazu: Alexander Räuscher (55, CDU) bestätigte gegenüber BILD, dass seiner Meinung nach die CDU-Abgeordneten bei der Ministerpräsidentenwahl (Dezember) für AfD-Kandidat Siegmund stimmen sollten.

Allerdings nicht, weil Räuscher ihn für einen guten Landeschef hielte – ganz im Gegenteil. „Ich möchte ihn eigentlich nicht als Ministerpräsidenten“, sagt Räuscher. Er rate trotzdem zu seiner Wahl, weil er einen anderen Verdacht hegt: Siegmund wolle vielleicht gar nicht regieren, sondern bei der Wahl scheitern und das dann der CDU anlasten.

Zuerst hatte der „Tagesspiegel“ über Räuschers ungewöhnlichen Ratschlag berichtet. Dort sagte Räuscher, die CDU sollte bei der für Dezember angekündigten Wahl für Siegmund votieren, „nicht, weil wir seine Fans wären, sondern, weil es das Wahlvolk will“. Und weiter: „Ich hätte Bauchschmerzen, Siegmund im Landtag zu wählen, aber ich würde es tun. Da müssen wir jetzt durch. Ich will erleben, wie Herr Siegmund ein Wahlversprechen nach dem anderen abräumen muss, und seine Wähler enttäuschen wird.“

Räuscher zweifelt schon länger daran, dass Siegmund wirklich in die Staatskanzlei einziehen will. Bereits vor der Landtagswahl hatte er gegenüber BILD immer wieder seine Vermutung geäußert, der AfD-Chef wolle lieber Oppositionsführer bleiben. Deshalb, so sein Argument, dürfe die CDU Siegmund nicht den Gefallen tun, ihm den Weg ins Amt selbst zu versperren.

Räuschers Kalkül dagegen lautet so: Siegmund soll Verantwortung übernehmen und zeigen müssen, ob er seine Wahlversprechen tatsächlich umsetzen kann. Sonst, fürchtet Räuscher, könnte es am Ende sogar Neuwahlen geben, und dann drohe seiner Partei ein noch tieferer Absturz.

Räuscher warnt vor Verhältnissen wie in Mecklenburg-Vorpommern: Die CDU könne auch in Sachsen-Anhalt zwischen den politischen Lagern zerrieben werden und im schlimmsten Fall sogar aus dem Landtag fliegen.

Auch persönlich geht Räuscher Siegmund hart an. Er bezeichnete ihn im „Tagesspiegel“ als „beruflich erfolglosen Schwadroneur“ und „Drückeberger“. Gegenüber BILD begründet Räuscher seine Kritik mit Siegmunds unternehmerischer Tätigkeit. Laut Räuscher zeigten die öffentlich zugänglichen Zahlen zu dessen Firma für Raumbeduftung: In zehn Jahren habe er weder Gewinn gemacht noch von den Einnahmen eine Familie ernähren können.

Dass Räuscher seiner Partei nun zur Wahl Siegmunds rät, passt zu seiner bisherigen Linie im Umgang mit der AfD. Während seiner Zeit als Abgeordneter hatte Räuscher nach eigenen Angaben bei geheimen Abstimmungen auch AfD-Kandidaten für das Amt eines Landtagsvizepräsidenten gewählt. Seine Begründung: Der damals zweitstärksten Fraktion habe dieser Posten zugestanden.

Allerdings machte Räuscher seine Stimme von der Person abhängig: Überzeugte ihn der Kandidat, stimmte er mit Ja, hielt er ihn für ungeeignet, mit Nein. So wollte er die AfD nicht ausgrenzen und ihr die Opferrolle nehmen. Auch eine Brandmauer zur AfD lehnte Räuscher schon früh ab.

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