Milliarden-Zukauf geplant - Telekom will polnisches Glasfasernetz übernehmen
Die Deutsche Telekom greift in Polen tief in die Tasche: Für rund eine Milliarde Euro will der Konzern den Glasfaserbetreiber Fiberhost und den Internet- und TV-Anbieter Inea komplett übernehmen. Gelingt der Kauf, würde die polnische Telekom-Tochter T-Mobile Polska ihr Festnetzgeschäft deutlich stärken und mehr als 300.000 zusätzliche Kunden gewinnen. Gleichzeitig bekäme sie Zugriff auf ein großes eigenes Glasfasernetz.
Wie weit dieses Netz reicht, zeigen die Zahlen: Die Glasfaserleitungen von Fiberhost erreichen mehr als 1,4 Millionen Haushalte in acht der 16 polnischen Regionen und führen durch mehr als 9.700 Städte und Dörfer. Für T-Mobile Polska wäre das eine starke Basis, um das Festnetzgeschäft in Polen weiter auszubauen.
Bisher setzt T-Mobile Polska beim Festnetz vor allem auf die Netze anderer Anbieter. Auch Inea nutzt heute fremde Netze. Das frühere Netzgeschäft wurde bereits 2021 abgespalten und gehört seitdem zu Fiberhost.
Genau diese Infrastruktur ist für die Telekom besonders interessant: Das bestehende Mobilfunk- und 5G -Netz soll mit den Glasfaseranschlüssen von Fiberhost verbunden werden. So könnte T-Mobile Polska Mobilfunk und schnelles Internet stärker aus einer Hand anbieten und wäre weniger auf andere Netzbetreiber angewiesen.
Für andere Internetanbieter soll sich durch den Eigentümerwechsel dagegen wenig ändern. Fiberhost soll sein Netz weiterhin offenhalten und nicht nur T-Mobile Polska zur Verfügung stellen. Laut Telekom sollen bestehende und mögliche neue Anbieter die Leitungen auch künftig zu fairen und gleichen Bedingungen nutzen können.
Noch hat das Milliarden-Geschäft nicht grünes Licht. Mit den bisherigen Eigentümern hat sich die Telekom zwar bereits auf den Verkauf geeinigt. Dazu gehören der Infrastruktur-Fonds Macquarie und weitere Minderheitseigner. Nun müssen aber noch die polnischen Wettbewerbsbehörden zustimmen.
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