Bürgermeister spricht von „E-Bike-Bestien“ - Stadt am Comer See verbietet das Radfahren
Como (Italien) – Ein E-Bike-Fahrer rast Alessandro Rapinese (50), den Bürgermeister der italienischen Stadt Como, um. Der stuft das elektrische Zweirad daraufhin als gefährliche „Bestie“ ein und lässt in der Innenstadt alle Fahrräder verbieten – um die Bürger vor den rasenden Elektrorädern zu schützen.
Mitte Juli wurde Rapinese direkt vor dem Rathaus seiner Stadt am Comer See von einem E-Bike-Fahrer angefahren. Zu diesem Zeitpunkt diskutierte die Stadtverwaltung bereits über neue Regeln für Lieferdienste in der Fußgängerzone. Nach dem Crash ging Rapinese jedoch einen deutlichen Schritt weiter – und weitet die geplanten Einschränkungen auf sämtliche Fahrräder aus!
Seine Begründung für den Knallhart-Schritt: „Natürlich haben mich meine Erfahrungen geprägt. Menschen handeln auf Basis ihrer Erlebnisse – und ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, von so einer Bestie angefahren zu werden.“
Weil das italienische Straßenverkehrsrecht nicht zwischen normalen Fahrrädern und E-Bikes unterscheidet, trifft das Verbot beide. Wer künftig mit dem Rad durch die Innenstadt will, muss es durch die Verbotszonen schieben.
Rapinese steht zu seiner harten Linie. Bereits 2022 hatte Como als eine der ersten europäischen Städte das Verleihsystem für E-Scooter verboten. Heute sieht der Bürgermeister sich bestätigt – und setzt beim E-Bike noch eins drauf: Er hält die elektrischen Fahrräder sogar für gefährlicher als E-Scooter.
Doch in Como regt sich Widerstand gegen das Fahrradverbot. Vincenzo Falanga (47), Vorsitzender der Kulturvereinigung Nova Como, kritisiert die Entscheidung in der Zeitung „La Stampa“ scharf: „Die Verwaltung macht aus individuellen Problemen kollektive Probleme.“ Nova Como will es nicht bei Kritik belassen. Für Mitte September ist eine Protest-Fahrradtour angekündigt – genau zu dem Zeitpunkt, an dem das Verbot in Kraft treten soll.
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