Weil Schick zu lange brauchte - Bayer von neuer Zeitspiel-Regel betroffen
Wiesbaden/Leverkusen – Diese Wechselpanne blieb ohne Folgen. Aber für die Spieler von Bayer Leverkuse n hatte sie einen wichtigen Lerneffekt. Im Pokalspiel gegen Wehen Wiesbaden (4:0) wollte Trainer Carles Martínez (42) beim Stand von 2:0 in der 65. Minute dreifach wechseln. Nathan Tella (27) und Jarell Quansah (23) kamen ins Spiel, doch Christian Kofane (20) musste warten.
Grund: Patrik Schick (30) war nicht innerhalb von zehn Sekunden vom Platz gegangen. Schiedsrichter Christian Dingert (46) reagierte korrekt. Es griff die neue Regel, die Zeitspiel verhindern soll. Kofane musste deshalb zunächst eine Minute und dann bis zur nächsten Unterbrechung warten, ehe er ins Spiel durfte. Die kurzzeitige Unterzahl überstand der Bundesligist problemlos gegen den Drittligisten.
„Ich finde gut, dass so was jetzt passiert ist. Die Spieler müssen sich einfach daran gewöhnen, dass sie ein bisschen schneller gehen müssen, gleich laufen oder so clever sind, die richtige Außenlinie zu finden. Dann passiert das nicht“, meinte Bayers Sport-Boss Simon Rolfes (44) anschließend.
Rolfes betonte aber auch: „Es ist schon ein bisschen unangenehm und nervig, wenn ein Spieler eine Minute draußen steht – und dann auch noch bis zur nächsten Unterbrechung. Aber wir wollen alle viel Fußball sehen, und das ist ein Teil davon. In drei Monaten werden wir darüber gar nicht mehr reden, weil es einfach automatisch passiert und die Spieler ein Gefühl dafür haben. Die Schiedsrichter natürlich auch.“
Trainer Martínez meinte anschließend: „Grundsätzlich gefällt mir die Regel, wenn es darum geht, das Zeitspiel zu unterbinden. Aber wir müssen ein gutes Gleichgewicht zwischen der Absicht der Regel und der Praxis finden. Die Spieler rennen das ganze Spiel, und dann sind es vielleicht elf Sekunden, bis sie vom Platz kommen. Sie sind keine Maschinen und benötigen manchmal einige Sekunden mehr.“
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