Strafprozess: Vorwurf der Rechtsbeugung: Richterin freigesprochen
Dass eine Richterin wegen Rechtsbeugung vor Gericht steht, passiert selten.
Aber nicht jeder Rechtsfehler ist Rechtsbeugung, befindet das Gericht schließlich in eigener Sache.
Eine Düsseldorfer Richterin ist vom Vorwurf der Rechtsbeugung freigesprochen worden.
Der dafür erforderliche Vorsatz sei der Angeklagten nicht nachzuweisen, sagte der Vorsitzende Richter nach mehr als vierstündiger Verhandlung am Amtsgericht Düsseldorf.
Die Richterin hatte den Antrag eines Ehepaares abgelehnt, die Ehefrau als Mutter eines Mädchens in das Geburtenregister einzutragen, das 2018 in der Ukraine von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurde und 2019 nach Deutschland kam.
Die Richterin sagte, sie habe sich an der Rechtsauffassung des Standesamtes orientiert.
Dieses hatte eine Änderung des Geburtenregisters mit Verweis auf das deutsche Recht abgelehnt.
Die Leihmutterschaft ist nach deutschem Recht verboten.
Der Kindsvater, selbst Jurist, warf der Richterin vor, seine Argumente nicht berücksichtigt und ihre Entscheidung nicht nachvollziehbar begründet zu haben.
Zunächst stellte er einen Befangenheitsantrag, später zeigte er die Richterin wegen Rechtsbeugung an.
Urteil aus Kiew nicht berücksichtigt Der Kindsvater hatte ein Urteil eines Gerichts in Kiew vorgelegt, wonach er und seine Ehefrau dort als Eltern des Kindes registriert worden waren.
Dieses Urteil wäre für die deutsche Justiz zu berücksichtigen gewesen.
Staatsanwalt Thomas Tupait wertete es als Rechtsfehler , dass die Richterin diese Entscheidung nicht berücksichtigt habe.
Zugleich zeigte er sich nach der Verhandlung davon überzeugt, dass die Angeklagte davon ausgegangen sei, rechtmäßig zu handeln.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.