Reichsparteitagsgelände: Rankpflanzen und Hightech – Opernhaus am Nazi-Bau wächst
Außen grün, innen viel moderne Technik - noch ist das neue Opernhaus an der NS-Kongresshalle eine Baustelle.
Schon jetzt zeigt sich, welche neuen Möglichkeiten dieses künftig bietet.
Noch ist es von außen ein grauer Betonklotz.
Am 34 Meter hohen Bühnenturm fehlt aber nur noch das Gerüst, an dem später Pflanzen hochranken sollen.
Auch im Innern macht das neue Opernhaus auf dem ehemaligen NS-Reichsparteitagsgelände in Nürnberg große Fortschritte. „Die Probebühne ist bis auf den Bühnenboden nahezu fertig“, sagt Thomas Brejschka, Projektleiter der Stadt für den Neubau, und zeigt nach oben. „Die Decke und ein Teil der Wände müssen noch verkleidet werden.“ Nebenan sind Orchestergraben und Zuschauersaal bereits zu erkennen.
Doch dort, wo später die Bühne sein wird, klafft derzeit noch ein tiefes Loch.
Immer wieder kreischt eine Säge oder es rumpelt aus einem Nachbarraum.
Gerüste ziehen sich entlang von Wänden und rund um die Bühne.
Daneben läuft Estrich durch einen Schlauch zu einem Raum neben der Hinterbühne, in dem später die großen Kulissen montiert werden sollen.
In Spitzenzeiten sind nach Angaben des Bauunternehmens Georg Reisch mehr als 200 Handwerker mit dem Ausbau des Opernhauses beschäftigt. „Die Arbeiten liegen absolut im Zeitplan“, sagt Projektleiter Joseph Kraus.
Im Mai 2027 soll es bereits die ersten Inbetriebnahmen und Testläufe von den technischen Anlagen geben.
Bis die erste Oper in der neuen Spielstätte über die Bühne geht, wird es aber noch dauern: Zur Spielzeit 2028/2029 will das Staatstheater dort und in die angrenzende Kongresshalle einziehen.
Neubau hat viele Vorteile Solange das historische Opernhaus in der Innenstadt saniert wird, soll das Areal an und in dem Nazi-Bau der Opern- und Ballettsparte als neue Heimat dienen.
Im Vergleich zu der bisherigen Spielstätte habe das neue Opernhaus viele Vorteile, zählt Intendant Jens-Daniel Herzog auf: moderne Bühnentechnik, gute Sicht von jedem Platz und mehr Raum für das Orchester. „Die Akustik wird im neuen Saal erheblich besser sein, vor allem die richtige Balance zwischen den Stimmen der Sängerinnen und Sänger und dem Orchesterklang“, erläutert Herzog.
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