Ihm gehörten 13 Prozent des Klubs - HSV trauert um Investor Kühne
Es war sein Herzensklub. Beim Hamburger SV wurde der Tod von Klaus-Michael Kühne im Alter von 89 Jahren mit großer Trauer registriert. Der Unternehmer und Milliardär hatte seine große Liebe HSV seit 2010 mit Millionen-Summen unterstützt. Von weit mehr als 100 Millionen Euro ist die Rede in verschiedenen Formen der Investitionen. Zuletzt gehörten ihm noch 13 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG, nachdem er im letzten Jahr knapp 8 Prozent seiner Anteile verkauft hatte.
Kurz nach der Nachricht vom Tod des Mäzens meldete sich der HSV offiziell mit einem Nachruf zu Wort: „Der HSV verliert einen treuen Gesellschafter, Unterstützer und leidenschaftlichen Anhänger.“ Weiter heißt es: „In den vergangenen Jahren ist es ruhig geworden um Klaus-Michael Kühne. Jedenfalls öffentlich, was den HSV betraf. Der Logistik-Unternehmer, der mit seiner Kühne Holding AG zweitgrößter Gesellschafter der HSV Fußball AG & Co. KGaA ist, interessierte sich zwar nach wie vor für die Entwicklung seines Herzensvereins, doch er verzichtete weitgehend auf öffentliche Statements zu den Rothosen. Er feierte in seiner Wahlheimat Schweiz den Aufstieg in die Bundesliga , genoss den frühzeitigen Klassenerhalt in der vergangenen Saison und fand lobende Worte für die Gesamtentwicklung im Volksparkstadion.“
Im Nachruf des HSV heißt es weiter: „KMK, wie der weltweit agierende Unternehmer von vielen seiner langjährigen Begleiter und Weggefährten genannt wurde, machte nie einen Hehl daraus, dass sein Engagement beim HSV keineswegs profitorientiert sei wie bei vielen seiner unternehmerischen Investitionen. Als der HSV seine Profifußballer 2014 aus dem Verein löste, wollte er Anschub geben. „Ich wünsche mir den HSV dort, wo er Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre schon einmal war“, sagte er damals in einem Interview mit den HSV-Clubmedien. Das hieß: Es sollte endlich nach oben gehen. Langfristig.“
Und weiter: „Die Realität – ein Abstiegskampf nach dem nächsten, sportliche Enttäuschungen und letztlich der Abstieg in die Zweite Liga – traf Kühne hart. Er schimpfte nach Niederlagen, drohte mit Liebes- und Geldentzug und ließ manchen Vorstand und sportlich Verantwortlichen lesen und hören, was er von dem eingeschlagenen Weg mit viel zu langer Verweildauer in Liga zwei hielt. Was viele nicht wussten: Kühne verfolgte auch nach den schmerzlichsten Pleiten jedes nächste HSV-Spiel voller Leidenschaft, mit Daumendrücken und Siegeshoffnung. Außerdem bescherte er dem HSV mit dem Kauf des Stadionnamensrechts einen Imagebooster der besonderen Art. Ausgerechnet er gab der mehrfach umbenannten Heimspielstätte ihren ursprünglichen Namen zurück: Volksparkstadion. Er ermöglichte diesen Schritt. „KMK“ war für den HSV stets da, wenn dieser ihn brauchte.“
Der Name des Stadions war eine der größten Herzensangelegenheiten von Kühne. 2015 sicherte er sich die Namensrechte an der Arena, gab ihr den Namen Volksparkstadion zurück.
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