Länder wollen Gebühr verdoppeln - So billig ist es, Deutscher zu werden
Berlin – In Großbritannien können auf dem Weg zum Pass fast 6000 Euro fällig werden. In Deutschland kostet die Einbürgerung eines Erwachsenen nur 255 Euro. Und das seit 24 Jahren. Jetzt soll Schluss mit dem Billigpreis sein: Die Länder fordern mindestens 500 Euro, die Bundesregierung prüft eine Erhöhung.
Die 255 Euro stammen praktisch noch aus D-Mark-Zeiten. 2002 wurden die damals fälligen 500 Mark auf Euro umgestellt. Seitdem wurde die Gebühr nicht erhöht. Gleichzeitig ist der Andrang so groß wie nie: 2025 wurden bundesweit 467.400 Einbürgerungsanträge gestellt. 332.500 Menschen erhielten die deutsche Staatsangehörigkeit, ebenfalls ein Rekord.
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Die Innenminister der Länder stellten Ende 2025 fest, dass 255 Euro wegen stark gestiegener Personal- und Sachkosten nicht mehr angemessen seien. Sie fordern mindestens 500 Euro.
Das Bundesinnenministerium bestätigt BILD, dass die Bundesregierung eine Erhöhung prüft. Baden-Württemberg erklärte 2025, die 255 Euro deckten den Aufwand eines Einbürgerungsverfahrens „bei Weitem nicht mehr“. Der Bund kalkulierte 2023 allein für einen zusätzlichen Antrag auf kommunaler Ebene mit rund 261 Euro Personalkosten.
Auch aus der Union kommt Druck. CDU-Innenpolitiker Alexander Throm sagt zu BILD: „Eine Erhöhung der Gebühr ist längst überfällig, denn sie entspricht schon lange nicht mehr den tatsächlichen Kosten.“ Die realen Kosten dürften inzwischen „weit mehr als das Doppelte“ betragen. Throm verweist auf Belgien und die Niederlande mit Gebühren von mehr als 1000 Euro.
In Großbritannien kostet allein die Einbürgerung eines Erwachsenen derzeit 1839 Pfund inklusive Zeremonie, umgerechnet rund 2143 Euro. Viele Zuwanderer müssen vorher zudem eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erwerben. Sie kostet weitere 3226 Pfund (rund 3759 Euro). Zusammen können so gut 5900 Euro fällig werden.
Trotzdem ist die Nachfrage groß: In den zwölf Monaten bis Ende Juni 2026 erhielten 245.520 Menschen die britische Staatsbürgerschaft.
Würden bei 467.400 Anträgen jeweils rund 2143 Euro wie für die britische Einbürgerung fällig, käme rechnerisch ein Gebührenvolumen von gut einer Milliarde Euro zusammen. Bei 255 Euro wären es maximal rund 119 Millionen Euro. Unterschied: rund 883 Millionen Euro.
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