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Für dieses bunte Netz! - Frankfurt zahlte 2,3 Mio. Euro ohne Ausschreibung

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Für dieses bunte Netz! - Frankfurt zahlte 2,3 Mio. Euro ohne Ausschreibung

Frankfurt/Main – Ein Kunstwerk schwebt über dem Drogen-Hotspot Konstablerwache – und die Art der Auftragsvergabe sorgt für Ärger. Denn die 2,3 Millionen Euro teure Installation „A Sky full of Hope“ („Ein Himmel voller Hoffnung“) wurde ohne öffentliche Ausschreibung vergeben.

Eine öffentliche Ausschreibung gab es nicht – obwohl dies normalerweise ab 216.000 Euro vorgeschrieben wäre. Bei diesem Projekt betragen die Kosten hingegen sogar 2,301 Millionen Euro – alles Steuergelder . Der Auftrag wurde trotzdem direkt an die US-Künstlerin Janet Echelman (60) und eine Frankfurter Agentur vergeben. Begründung des Dezernats: „Die Beauftragung erfolgte im Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb, da es um die Beschaffung eines einzigartigen Kunstwerks geht mit spezifischen Anforderungen.“

Hintergrund der Vergabe sei, dass Frankfurt/Main die „World Design Capital 2026“ (Weltdesignhauptstadt 2026) sei. Einer der inhaltlichen Schwerpunkte liege dabei auf der Gestaltung öffentlicher Räume. Die Künstlerin beschäftige sich seit 20 Jahren mit der Aufwertung öffentlicher Räume und mit der Veränderung der Atmosphäre an diesen Orten.

Ein Vergaberechtler äußerte gegenüber der „Hessenschau“ Zweifel an der Vorgehensweise der Stadt. Der Frankfurter Anwalt Jonas Kollewe sagte, der Auftrag, einen Platz kunstvoll zu illuminieren, „dürfte von einer Vielzahl renommierter Künstler erfüllt werden“. Zwar sehe das Vergaberecht Ausnahmen für einzigartige Kunstwerke vor, diese seien jedoch eng auszulegen, heißt es in dem Bericht. Nach Kol­lewes Einschätzung hätte die Stadt beispielsweise einen Gestaltungswettbewerb durchführen können.

Pikant ist eine Personalie: Designer Roland Lambrette (74) ist Gesellschafter der GmbH, die Projekte der „Weltdesignhauptstadt 2026“ in Frankfurt plant und umsetzt. Er ist zugleich Ex-Geschäftsführer von „Atelier Markgraph“ – der Agentur, die den Millionenauftrag gemeinsam mit der US-Künstlerin bekam. Besteht da ein Interessenkonflikt? Dazu äußert sich das Kulturdezernat nicht.

Wie hoch das Künstlerhonorar ist, wie hoch die Zusatzkosten sind – dazu bleibt die Stadt eine Antwort schuldig. „Genaue Beträge dürfen wir aus rechtlichen Gründen nicht nennen“, heißt es auf BILD-Anfrage. Das Geld für die Installation stammt größtenteils aus einem 30-Millionen-Topf für die Wiederbelebung der Innenstadt.

Während Kulturdezernentin Ina Hartwig (63, SPD) von einer „visuellen Bereicherung für die Innenstadt“ schwärmt, sind viele Besucher fassungslos. „Ich stehe nicht hier und sage: ‚Wow!'“, sagt Alena Eckert (28) aus Wetzlar zu BILD. „Überall fehlen die Mittel, dafür ist offenbar Geld da.“ Vera Repp (65) aus Obertshausen bei Frankfurt sagte: „Unten in der U-Bahn ist die Toilette kaputt, hier aber gibt man mehr als zwei Millionen aus.“

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