Fußball: Infantino bereit für Reformen - Aber kein Rückzug
Schachzug oder Einsicht? FIFA-Präsident Infantino geht im Machtkampf beim Fußball-Weltverband auf seine Kritiker zu.
Die Strukturen sollen überdacht werden.
Ein persönlicher Rückzug ist kein Thema.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat auf die andauernde Kritik an seinem Führungsstil reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen im Fußball-Weltverband angeboten.
Der Schweizer kündigte in einem Brief an die Chefs der 211 Mitgliedsverbände und die Mitglieder des FIFA-Councils, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, eine unabhängige externe Überprüfung der FIFA-Governance sowie Konsultationen über eine Stärkung der Entscheidungsprozesse an, einschließlich der Rolle des Präsidenten. „Erstens werde ich den FIFA -Rat fragen, ob er eine unabhängige externe Untersuchung des derzeitigen Governance-Systems der FIFA für große strategische Projekte in Auftrag geben möchte.
Zweitens möchte ich vorschlagen, dass der Rat eine direkte, strukturierte und zeitlich begrenzte Konsultation mit Konföderationen, Mitgliedsverbänden und relevanten Interessengruppen durchführt“, schreibt Infantino auf Englisch an die Fußball-Funktionäre weltweit.
Dabei solle „diskutiert werden, wie die Entscheidungsprozesse der FIFA weiter verbessert werden können“, versichert der 56-Jährige, der nach einem Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren im Sommer massiv unter Druck steht.
Konkret bietet Infantino an, darüber zu diskutieren, wie die FIFA-Institutionen früher in große Projekte einbezogen werden können und welche Rolle dabei auch der FIFA-Präsident künftig haben soll.
Kein Verzicht auf erneute Kandidatur Infantino machte gleichzeitig klar, dass er die FIFA weiter anführen will.
Von einem Verzicht auf eine Kandidatur für eine vierte Amtszeit beim Kongress im März 2027 ist nicht die Rede.
Diesen fordern seine Kritiker um UEFA-Präsident Aleksandar Ceferin.
Auch der Deutsche Fußball -Bund um DFB-Chef Bernd Neuendorf, der auch im FIFA-Council sitzt, hat sich klar gegen Infantino positioniert.
Eine Reaktion der Infantino-Gegner auf den Brief gab es bislang nicht. „Ich bleibe voll und ganz dazu verpflichtet, die FIFA zu führen, und bin zuversichtlich, was wir gemeinsam erreichen können.
Unsere Verantwortung ist größer als jeder einzelne Vorschlag oder jede Meinungsverschiedenheit.
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