News: CDU in Sachsen-Anhalt, SPD, Manuela Schwesig, Russisches Haus, Berlin
Vertraut man den Umfragen einen Monat vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, dann fehlen Manuela Schwesig noch sieben Prozentpunkte zur sozialdemokratischen Heiligsprechung. Noch sieben Punkte, dann wäre die AfD eingeholt. Vor einem Jahr lag Schwesig mit ihrer SPD knapp 20 Prozentpunkte hinter der extremen Rechten. Seitdem hat die 52-Jährige langsam, aber stetig aufgeholt.
Sollte sie die AfD am 20. September bezwingen oder zumindest nah an sie herankommen, könnten sich Schwesig in der SPD viele Türen öffnen. Denn die Doppelspitze aus Lars Klingbeil und Bärbel Bas ist angeschlagen. Zuletzt forderten zahlreiche Mitglieder die beiden in Erklärungen, Beschlüssen und Briefen auf, ihre Chefposten abzugeben (mehr dazu lesen Sie hier ). Nun wird Schwesig als mögliche Parteichefin gehandelt.
Meine Kollegin Sophie Garbe hat sich mit dem »Szenario Schwesig« befasst und sagt: »Sie gilt als machtbewusst, als gute Verhandlerin, als durchsetzungsstark.« Nachteil: »Sie ist keine herausragende Rednerin und bislang nicht damit aufgefallen, dass sie große Visionen für die Zukunft der Sozialdemokratie entwickelt hätte.«
Heute lädt Manuela Schwesig nach Schwerin in ein altes Herrenhaus zum – Achtung, SPD-Kernklientel! – »Seniorennachmittag«. Das Haus heißt »Schloss Kaeselow«, ist ähnlich alt wie die deutsche Sozialdemokratie und die jungen Besitzer, die es seit einiger Zeit mit viel Aufwand renovieren und auch dort geheiratet haben, sind schon im SPIEGEL-Loveletter gewürdigt worden. »Die Wände bröseln hier teilweise wie Haferflocken, die Rohre sind verrostet, manche Fenster bekommt man nicht auf. Alles ist eine Challenge«, haben sie hier meiner Kollegin Evelin Ruhnow erzählt.
Im Vergleich zu Schwesig sieht es für Sven Schulze weniger gut aus. Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident liegt in den Umfragen abgeschlagen hinter der AfD. Schon in zwei Wochen wird gewählt und es droht die absolute Mehrheit der Rechtsextremen.
Mein Kollege Peter Maxwill, der Schulze seit Monaten im Wahlkampf beobachtet, hat eine Veränderung bemerkt: Der 47-Jährige trete krawalliger und unversöhnlicher auf. Er attackiert die Linke, auf die er nach der Wahl angewiesen sein könnte. Und er wendet sich gegen Friedrich Merz, den eigenen Kanzler.
Und langsam rückt nun, kurz vor der Wahl, eine Frage in den Vordergrund, die das Land in den kommenden Wochen noch viel beschäftigen könnte: Kann sich Schulze im Kampf gegen die Rechtsextremen auf die eigenen Leute verlassen?
Schon warnen ihn zwei frühere CDU-Landeschefs vor Kooperationen mit der Linken. Die CDU werde in einem solchen Fall »in der Bedeutungslosigkeit versinken«. Ein CDU-Bürgermeister hat 10.000 Euro an die AfD gespendet und deren Wahl empfohlen (lesen Sie hier die Details). Und: Wie verlässlich sind die künftigen CDU-Abgeordneten, wenn geheim über den nächsten Ministerpräsidenten abgestimmt wird?
Die ganze Geschichte: Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident – Ist das Verzweiflung? Oder doch Strategie?
In zentraler Lage auf der Berliner Friedrichstraße befindet sich das Russische Haus, ein sogenanntes Kulturzentrum, in dem Sicherheitskreise auch Spionageaktivitäten vermuten.
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