Vom Rasen ins Restaurant - Hertha-Star Diego Demme ist jetzt Unternehmer
Im Sommer wurde Mittelfeldspieler Diego Demme (34) bei Hertha BSC verabschiedet. BILD traf ihn zum Interview in einer seiner beiden „Capvin“-Pizzerien in Berlin-Mitte, die er gemeinsam mit Gastronom Jan Hunke führt. Die Läden (Rosenthaler Str. 36 und Weinbergsweg 24) feierten gerade ein großes Re-Opening. Demme, Sohn eines italienischen Vaters und Meister und Pokalsieger mit Maradona-Klub SSC Neapel, spricht über sein neues Leben.
Diego Demme: Ich habe zu neunzig Prozent damit abgeschlossen, weil ich nicht mehr umziehen will. Ich hatte Anfragen aus der Serie C in Italien, aber meine ältere Tochter Gia (6) wird in zwei Wochen eingeschult und ich möchte nicht mehr alleine irgendwohin. Da müsste schon etwas Megainteressantes kommen. Es würde mir das Herz zerreißen, wenn ich die Anfangszeit der Schule verpassen würde. Wir bauen gerade in Kleinmachnow ein Haus und werden in Brandenburg bleiben. Ich genieße den neuen Freiraum. Also jetzt voll Papa und Pizza.
Wir waren vorher zu dritt, jetzt machen mein Freund Jan und ich das zu zweit und bringen noch mehr Neapel-Flair rein. Angefangen bei den hochwertigeren Möbeln aus Holz, den Originalbildern an der Wand, einem neuen Team, bestehend aus Pizzabäckern aus Neapel. Dazu kommt eine weitere Pizza. Bisher haben wir die Pizza nach Art von Vincenzo Capuano, dem Pizza-Weltmeister 2014, serviert. Den haben Jan und ich 2019 in Neapel kennengelernt, als wir mit der Idee hingeflogen sind, Pizzerien zu testen, um später selbst eine geile Pizzeria in Deutschland zu eröffnen. Seine wolkige und luftige Pizza wird bei uns mit einer goldenen Schere zum Schneiden serviert. Ganz neu gibt es auch noch eine große Pizza. Diese traditionelle Pizza stammt von Vincenzos Opa, der ebenfalls Pizzabäcker ist und in Neapel arbeitet.
Vorher habe ich sogar schon etwas in Immobilien investiert. Jetzt wollte ich noch etwas machen, wofür ich richtig brenne. Das Pizza-Geschäft ist Leidenschaft. Pizza verbindet und macht Leute glücklich. Das ist wie im Fußball. Ich wollte dieses Lebensgefühl aus Neapel nach Deutschland bringen.
Im Weinbergsweg ist eine Pizza nach meiner Tochter Gia benannt. In den Rosenhöfen folgt vielleicht später die Pizza Ellie. Das ist meine zweite Tochter, die drei Jahre alt ist.
Ich werde wahrscheinlich in der Icon League spielen. Da gab es Gespräche.
Ich gehe mit Nils Quaschner, meinem früheren Mitspieler von RB Leipzig, vier- bis fünfmal die Woche Padel-Tennis spielen und ins Gym. Vielleicht wollen wir ein Personal-Gym eröffnen.
Diese Frage beschäftigt mich oft. Die Emotionen aus dem Fußball findest du nirgendwo anders mehr. Aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Karriere. Ich kann jetzt entspannter draufschauen, was ich alles erreicht habe. Während der Laufbahn nimmt man das alles nicht so wahr. Da ging alles immer so schnell und man hat nie genossen.
Haben die schlimmen Kopfverletzungen bei Hertha Ihre Karriereplanung auf den Kopf gestellt?
Ja, sie haben einiges dazu beigetragen, dass ich aufgehört habe. Wahrscheinlich würde ich sonst diese Saison noch bei Hertha spielen. Ich hatte dadurch zuletzt die Verfügbarkeit nicht mehr und war nicht mehr so sicher.
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