Moderne Baukonzepte im Fokus - So trotzen Glasfassaden den heißen Sommern
Große Glasfassaden galten lange als Inbegriff moderner Einfamilienhäuser. Angesichts heißerer Sommer geraten solche Konzepte jedoch zunehmend unter Druck. Experten betonen: Nicht die Fenster selbst sind das Problem, sondern eine fehlende Gesamtplanung.
Große Fensterfronten sind auch künftig sinnvoll, wenn sie von Anfang an in ein durchdachtes Konzept eingebunden werden. Johannes Kreißig von der DGNB erklärt gegenüber myHOMEBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer), dass vor allem unverschattete Verglasungen auf sonnenreichen Seiten im Sommer zu Überhitzung führen können. Auf der Nordseite seien große Fenster dagegen deutlich weniger problematisch. Moderne Dreifachverglasungen bieten zudem einen wesentlich besseren Wärmeschutz als frühere Lösungen.
Für Kreißig sind außenliegende Verschattungen das wirksamste Mittel gegen sommerliche Hitze. Markisen, Pergolen oder Dachüberstände verhindern, dass Wärme überhaupt ins Gebäude gelangt. Das sei nachhaltiger, als Innenräume später mit viel Energie herunterzukühlen. Auch Bäume spielen dabei eine wichtige Rolle. Laubbäume spenden im Sommer Schatten und lassen im Winter wieder Sonnenlicht durch.
Nach Ansicht von Thomas Penningh vom Verband Privater Bauherren reicht Sonnenschutz allein nicht aus. Entscheidend seien Standort, Ausrichtung, Raumaufteilung und Bauweise. Besonders wirksam ist die Kombination aus gut dämmenden Materialien und Baustoffen mit hoher Speichermasse. Massive Wände und Decken erwärmen sich langsamer und geben Hitze zeitverzögert ab. Idealerweise erreicht die tagsüber gespeicherte Wärme die Innenräume erst nachts und kann dann durch Querlüften abgeführt werden. So lasse sich oft sogar auf eine Klimaanlage verzichten.
Bauweisen aus heißen Ländern lassen sich zwar nicht eins zu eins übertragen, ihre Prinzipien bleiben jedoch interessant. Experten verweisen auf bewährte Lösungen wie durchdachte Luftführung, Verschattung und Innenhöfe, die durch Schatten und Verdunstung für angenehmere Temperaturen sorgen.
Das Einfamilienhaus der Zukunft braucht daher keine Abkehr von Glasfassaden. Gefragt sind bewährte Bau-Lösungen, die zum heutigen Klima passen. Wer natürliche Verschattung nicht nutzen kann, sollte außenliegenden Sonnenschutz direkt einplanen, bevor spätere Nachrüstungen teuer werden.
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