Hauptbahnhof Hamburg: Kneipenchef am Hansaplatz: Alkoholverbot wirkt
Vergangenes Jahr wurde er mit einer Flasche im Gesicht verletzt, seitdem kämpft Kneipenwirt Simsit für mehr Sicherheit in seinem Viertel: Das Alkoholkonsumverbot, das er initiierte, zeigt Wirkung.
Die Ausweitung des Alkoholkonsumverbots am Hamburger Hauptbahnhof auf Teile des angrenzenden Stadtteils St.
Georg im August zeigt laut Polizei Wirkung.
An typischen Brennpunkten, etwa dem Penny-Markt am Steindamm oder dem Hansabrunnen, hielten sich demnach weniger Personen auf, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.
Diesen Eindruck bestätigt auch Mehmet Simsit, Betreiber des „Hansa-Treff“, einer Kneipe direkt am Hansaplatz: „Von den Trinkergruppen her ist das schon besser geworden.
Die Polizei kontrolliert auch immer.“ Vor den Kiosken sammelten sich kaum noch Leute. „Weil die dann kaufen und nicht trinken dürfen“, sagt Simsit.
Generell sei es auf den Straßen ruhiger geworden.
Simsit: Habe fast mein Auge verloren Der 60-Jährige wurde vergangenes Jahr vor seinem Laden von einem betrunkenen Mann mit einer Glasflasche im Gesicht verletzt und musste operiert werden. „Zwei Millimeter höher hätte ich mein Auge verloren, sagen die Ärzte“, erklärt Simsit und fasst sich an die Narbe in seinem Gesicht. „Daraufhin haben wir diese Initiative gestartet.“ Der Gastronom habe angefangen, Unterschriften für das Alkoholverbot auf dem Hansaplatz zu sammeln, „damit nicht noch mehr passiert“.
Auch die Scheibe seines Ladens sei von Betrunkenen zerschlagen worden.
Der Hansatreff-Betreiber ist Vater von fünf Kindern.
Vor allem für das jüngste Kind, seinen zweijährigen Sohn, „muss ich noch ein bisschen länger leben.
Deswegen muss ich aufpassen“, sagt er.
Dass sich sein Engagement auszahlen würde, kam für Simsit überraschend. „Ich dachte, die Politik hat was anderes zu tun und hat das irgendwie unter den Tisch gekehrt, aber dem war nicht so.“ Dass die Stadt sein Anliegen ernst genommen hat, habe ihn gefreut.
Verlagerung bleibe bislang aus In dem Gebiet darf man zwar weiterhin alkoholische Getränke bei sich tragen, aber nicht trinken.
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