Gesellschaft: Häuser, Schulden und ein Krokodil - so erbt Sachsen-Anhalt
Wenn keine Erben da sind oder das Erbe ausgeschlagen wird, gehen Häuser, Gegenstände und selbst Tiere an das Land.
Wie geht das eigentlich, wenn der Staat erbt? Die Brechstange hat André Wiechmann immer dabei, wenn er sich die neuen Erbstücke des Landes anschaut.
Und tatsächlich: Auch heute, mitten in einem Dorf in der Börde, ist das Metalltor nicht leicht zu öffnen.
Schon länger ist niemand hier hinein- oder hinausgegangen.
Der vormalige Besitzer ist gestorben, Erben gibt es nicht.
Und so ist die Immobilie an das Land Sachsen-Anhalt gefallen - wie Hunderte andere jedes Jahr auch.
André Wiechmann gehört zu den Männern und Frauen bei der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt , die die Immobilien an den Markt bringen sollen.
Aber bis Wiechmann mit den Käufern beim Notar sitzt, vergeht noch viel Zeit.
Der Hauptsachbearbeiter wird sich heute durch wucherndes Grün, Staub- und Spinnenweben bewegen, wird genau auf einsturzgefährdete Decken achten und auch auf möglicherweise Wertvolles wie Sparbücher, Geld oder Urkunden. „Im besten Fall haben wir die Schlüssel“, sagt Wiechmann.
Andernfalls holt er einen Schlüsseldienst oder öffnet Türen und Tore selbst. „Wir achten auch darauf, ob jemand im Objekt drin ist.“ Leerstehende Häuser oder Wohnungen werden eben durchaus auch von Fremden genutzt.
Das Wichtigste aber ist die eigene Sicherheit: Bei einsturzgefährdeten Gebäuden heißt es draußen bleiben.
Es gibt für ihn eindeutige Alarmzeichen.
Wenn im Fenster schon unzählige Fliegen zu sehen seien, „da will ich dann nicht rein“.
Mit Messihäusern habe er es oft zu tun, voll mit Müll und nicht nur das.
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