Nepal: Schwere Sturzflut reißt Dörfer weg
"Es kam alles ganz plötzlich", zitiert das Portal "Onlinekhabar" einen Augenzeugen aus Nepal . "Wir hörten ein lautes Geräusch, wie bei einem ausbrechenden Vulkan. Die Menschen fingen an zu schreien und rannten davon." Behördenvertreter teilten mit, nahe der Grenze zur chinesischen Autonomen Region Tibet seien durch eine Sturzflut ganze Dörfer weggespült und Straßen, Brücken sowie Kraftwerke beschädigt worden.
Nach Polizeiangaben gibt es bislang acht Todesopfer. Außerdem werden 26 Polizisten und zahlreiche weitere Personen vermisst. So sprechen die Behörden allein von 384 vermissten Touristen aus Ländern wie Indien, den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und Malaysia. Getroffen wurde eine Region im Himalaya-Gebirge, in der Zehntausende Menschen leben.
Rettungskräfte sowie Polizei und Militär seien auf dem Weg in die Katastrophenregion, teilte Nepals Premierminister Balendra Shah mit. Allerdings können Hubschrauber laut Behördenvertretern aufgrund der schweren Überflutungen derzeit nicht überall landen.
Besonders betroffen sind die Orte Syapru Besi und Timure im bergigen Distrikt Rasuwa in Nepal mit rund 50.000 Einwohnern.
Chinesische Staatsmedien berichten von zahlreichen Opfern und Vermissten in der an Nepal grenzenden Region Gyirong in Tibet. Einzelheiten wurden nicht genannt. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua wurden Straßen-, Kommunikations- und Stromverbindungen unterbrochen.
Die Behörden riefen alle Anwohner des Flusses Bhotekoshi dazu auf, sich in höher gelegene Gebiete in Sicherheit zu bringen. Der Bhotekoshi entspringt im tibetischen Himalaya und führt durch Nepal. Es ist international bekannt für Wildwasser-Rafting-Touren.
Die Ursache für die Schlammlawine und die massiven Überflutungen ist noch unklar. Es wird jedoch vermutet, dass die Flut am Himalaya-Fluss Bhotekoshi durch einen Gletscherseedurchbruch stromaufwärts in Tibet ausgelöst wurde.
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