Lübecker Häfen: Lübecker Häfen drohen Einschränkungen wegen Bahnarbeiten
Eine geplante Vollsperrung auf der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck sorgt für Kritik.
Hafenbetreiber befürchten Nachteile für den Güterverkehr und fordern bessere Umleitungskonzepte.
Die Bahn muss ihre Infrastruktur dringend modernisieren, darüber sind sich das Verkehrsunternehmen und die Lübecker Hafenwirtschaft einig.
Der Plan der Bahntochter InfraGo, die Strecke Hamburg-Lübeck zwischen Hamburg und Ahrensburg (Kreis Stormarn) für den Bau der S-Bahn-Linie 4 vom 3. bis zum 19.
Oktober zu sperren, führt jedoch zu heftiger Kritik von Hafen- und Terminalbetreibern.
Ein Bahn-Sprecher versicherte, der Hafen bleibe über geeignete Umleitungsstrecken erreichbar. „Das Konzept wurde den Kunden der Lübecker Häfen bereits vorgestellt und bietet eine verlässliche Grundlage für die Planung der Verkehre während der Bauphase.“ LHG mit angebotener Umleitungsstrecke nicht zufrieden Die DB InfraGO verweist nach Angaben des Geschäftsführers der Lübecker Hafen Gesellschaft (LHG), Sebastian Jürgens, auf die Route Lübeck -Büchen-Lüneburg. „Dort steht jedoch nur eine eingeschränkte Infrastruktur zur Verfügung“, kritisierte er.
Unter anderem sei die Strecke nicht durchgehend elektrifiziert. „Im Rahmen der Planungen zur Korridorsanierung wurde die Route sowohl von den betroffenen Unternehmen als auch von DB InfraGO als nicht ausreichend leistungsfähig für die vollständige Aufnahme der Verkehre bewertet.“ Der Grund liege vor allem darin, dass auf dieser Route nur kürzere Züge verkehren können, was wirtschaftlich problematisch sei, so Jürgens.
Der Geschäftsführer befürchtet gravierende Nachteile: „Ladung kann nicht wie geplant auf der Schiene nach Lübeck angeliefert oder von dort abgefahren werden.“ Von der 17-tägigen Vollsperrung im Oktober seien allein beim Terminal Baltic Rail Gate rund 260 Züge betroffen, deren reguläre Durchführung nicht gesichert sei.
Auf diesen Zügen würden insgesamt rund 9.400 Trailer und Container transportiert.
Zusammen mit den Gelegenheitsverkehren - etwa Ganzzügen für Holz, Baustoffe oder Autos - könne die Zahl der insgesamt betroffenen Güterzüge auf bis zu 340 steigen, befürchtet Jürgens.
Der Geschäftsführer von Baltic Rail Gate, Dietmar Lonke, rechnet mit einem „signifikanten Umsatzrückgang, den wir im Jahresergebnis spüren werden“.
Das Personal müsse dennoch in voller Stärke vorgehalten werden.
Gibt es alternative Lösungen? In erster Linie müsse DB InfraGO die erforderlichen Lösungen liefern, forderte Jürgens. „Das ist ihre Aufgabe als Infrastrukturbetreiberin.“ Stattdessen seien die betroffenen Unternehmen jetzt gezwungen, unter erheblichem Zeitdruck und mit hohem Aufwand selbst nach möglichen Alternativen zu suchen.
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