USA: Staatsverschuldung springt erstmals über 40 Billionen US-Dollar
Die Staatsverschuldung der USA ist erstmals auf über 40 Billionen Dollar (34,3 Billionen Euro) gestiegen. Entsprechende Zahlen veröffentlichte das Finanzministerium in Washington am Mittwoch (Ortszeit). Demnach belief sich die gesamte ausstehende Staatsverschuldung zum Geschäftsschluss am Vortag auf 40,05 Billionen Dollar (im Englischen 40,05 trillion US-dollars ).
Damit stieg die Staatsverschuldung höher als von der Regierung und Experten bisher prognostiziert: um 2,9 Billionen US-Dollar in einem Jahr. Grund dafür sind nach Angaben von Experten unter anderem die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump , langfristige Zahlungsverpflichtungen in den Bereichen soziale Sicherheit und Gesundheitsversorgung sowie steigende Zinskosten. Allerdings haben unter Präsident Joe Biden auch die Maßnahmen gegen die Folgen der Pandemie zur steigenden Verschuldung beigetragen.
Der Sender CNN zitiert Michael Peterson , von der Peter G. Peterson Foundation, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes beobachtet: »Wenn wir so weitermachen, landen wir in nur sechs Jahren bei 50 Billionen US-Dollar. Wenn wir zurückschauen: Vor zehn Jahren lagen wir bei 20 Billionen.« Diese Entwicklung gefährde die Wirtschaft und die Zukunft des Landes.
Erst vor einer knappen Woche hatten eine ungebremste Verschuldung und die hartnäckig hohe Inflation die Kosten der US-Staatsverschuldung auf langjährige Höchststände getrieben (mehr dazu hier ). Bei einer Auktion von US-Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren lag die Rendite am vergangenen Donnerstagabend bei mehr als 5,2 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren. Experten sehen in den steigenden Kosten für die hohe Staatsverschuldung zunehmend ein Problem für die US-Regierung unter Trump bei den Zwischenwahlen im November.
Wie aus Daten des US-Finanzministeriums hervorgeht, betrug das Haushaltsdefizit allein im Monat Juli rund 432 Milliarden US-Dollar. Das ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Anstieg um fast 50 Prozent. Seit Beginn des Jahres summiert sich das US-Defizit auf mittlerweile knapp 1,8 Billionen Dollar.
Diesen schnell wachsenden Schuldenberg zu finanzieren, wird für die US-Regierung immer kostspieliger. Nach Einschätzung des Analysten Yannik Mosbach vom Frankfurter Bankhaus Metzler muss das Finanzministerium in Washington bereits rund 100 Milliarden Dollar pro Monat für Zinsen aufwenden – Tendenz steigend. Vor diesem Hintergrund sei es nur eine Frage der Zeit, bis die Schuldenthematik der USA wieder vermehrt in den Fokus der Finanzmärkte rücken dürfte.
2 Min Zur Merkliste hinzufügen meinung meinung • Weltwährung unter Druck: Trump, der Dollar und das seltsame Yen-Manöver Eine Kolumne von Henrik Müller 6 Min Zur Merkliste hinzufügen 6 Min Zur Merkliste hinzufügen Zur Einordnung: Auch andere Staaten wie Deutschland haben mit steigenden Schuldenständen und höheren Kosten für Kredite zu kämpfen. Allerdings steuern die USA laut Internationalem Währungsfonds 2026 auf eine Neuverschuldung von mehr als sieben Prozent der Wirtschaftsleistung zu. Für Deutschland rechnet der IWF mit 3,8 Prozent.
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