Demokratische Republik Kongo: Über 2300 Opfer beim tödlichsten Ebola-Ausbruch in der Geschichte des Landes
Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist der tödlichste in der Geschichte des Landes. Bislang seien 2325 Menschen an dem Virus gestorben, teilte das nationale Gesundheitsinstitut am späten Sonntagabend mit. Damit übersteigt die Zahl der Todesopfer jene der Epidemie der Jahre 2018 bis 2020. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg den Angaben zufolge auf 4945. Allein in den vorangegangenen 24 Stunden seien 101 neue Fälle registriert worden. Noch Anfang August hatte die Behörde 1850 Tote und 4053 Infektionen gemeldet. Die Ausbreitung verläuft rasant: Während es bei der Epidemie in Westafrika fast fünf Monate dauerte, bis 1000 Todesfälle erreicht waren, forderte der aktuelle Ausbruch im Kongo in weniger als drei Monaten bereits 2000 Opfer.
Ausgelöst wurde die Epidemie durch den Bundibugyo-Stamm des Virus, für den es keine zugelassenen Impfstoffe oder Medikamente gibt. Die Sterblichkeitsrate der bestätigten Fälle ist Regierungsdaten zufolge von etwa 20 Prozent Anfang Juni auf 46 Prozent gestiegen. Experten zufolge bedeutet dies jedoch nicht, dass das Virus tödlicher geworden ist. Vielmehr weise die Entwicklung auf anhaltende Mängel bei der Überwachung und dem Zugang zu medizinischer Versorgung hin. „Normalerweise sollte die Sterblichkeitsrate im Verlauf eines Ausbruchs sinken, da sich die Kontaktverfolgung verbessert und Patienten früher erkannt und behandelt werden“, sagte Thomas Parisch von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Stattdessen würden jedoch viele Fälle erst identifiziert, nachdem die Menschen bereits gestorben seien. Zudem würden laut Parisch die schwache Infrastruktur und der Widerstand in der Bevölkerung die Eindämmung erschweren.
Weltweit handelt es sich um die zweitgrößte Ebola-Epidemie . Sie wird nur von dem Ausbruch in Westafrika zwischen 2014 und 2016 übertroffen, bei dem in Guinea, Liberia und Sierra Leone 28.616 Fälle und 11.310 Tote registriert wurden. Im Kongo kursierte das Virus Forschern zufolge wohl bereits seit Januar, wurde jedoch erst Mitte Mai offiziell festgestellt. Ein Übergreifen auf das Nachbarland Uganda konnte unterdessen eingedämmt werden: Dort erklärten die Behörden den Ausbruch im vergangenen Monat für beendet, nachdem die Zahl der Fälle auf 20 und die der Toten auf zwei begrenzt werden konnte.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.faz.net — der Inhalt gehört Frankfurter Allgemeine Zeitung.