Urteil: "Korruption auf Erden": Wieder Hinrichtung eines Demonstranten im Iran
Irans Justiz wendet nach der Protestwelle im vergangenen Winter die Todesstrafe rigoros an. In Isfahan sorgt der Fall von 14 zum Tode verurteilten Männern für große Bestürzung. Ihnen wird unter anderem "Kriegsführung gegen Gott" vorgeworfen. Jetzt wurde erneut ein Mann hingerichtet.
Im Iran ist erneut ein Mann im Zusammenhang mit der Protestwelle im Januar exekutiert worden. Das teilte die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan mit. Der Mann wurde in einem besonders bekannten und umstrittenen Fall im sogenannten Schahid-Alichani-Platz-Prozess zum Tode verurteilt.
Ihm und 13 anderen Männern wird vorgeworfen, bei den Unruhen vier Polizisten getötet zu haben. Bereits Ende Juli ließ die iranische Justiz unter großem Aufschrei zwei der Männer in Isfahan öffentlich hinrichten. Der heute hingerichtete Mann soll ausländischer Staatsbürger gewesen sein, berichtete Misan. Aus welchem Land er stammte, wurde nicht genannt.
Dem Bericht zufolge war es bereits die fünfte Hinrichtung im Zusammenhang mit dem Schahid-Alichani-Platz-Prozess. Der Mann wurde nach islamischer Rechtsauffassung im Iran unter anderem wegen "Kriegsführung gegen Gott" und "Korruption auf Erden" verurteilt. Darauf steht im Iran die Todesstrafe. Menschenrechtler kritisieren Willkür.
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