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Sorge vor neuer Energiekrise: Droht Europas Gasmarkt der härteste Winter seit 2022?

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Sorge vor neuer Energiekrise: Droht Europas Gasmarkt der härteste Winter seit 2022?

Europa und besonders Deutschland blicken auf eine schwierige Heizperiode: Niedrige Speicherstände, steigende Preise und geopolitische Spannungen setzen die Versorgung unter Druck. Zugleich droht ein härterer Wettbewerb um LNG-Lieferungen.

Europa und insbesondere Deutschland könnte laut der Preisberichtsagentur Argus Media die schwierigste Wintersaison seit dem Krisenjahr 2022 bevorstehen. Vor dem Hintergrund ungewöhnlich niedriger Gasvorräte schüren die jüngsten geopolitischen Signale bei der leitenden Expertin für LNG- und Gasmärkte, Natasha Fielding, die Befürchtung einer erneuten Belastungsprobe. Für die Expertin ist klar: Die Preise werden in den kommenden Monaten weiter stark schwanken.

Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung ist die Sorge vor geopolitischen Lieferengpässen: Marktteilnehmer stellen sich ihrer Einschätzung zufolge zunehmend darauf ein, dass die wichtige Straße von Hormus bis in den Winter hinein weitgehend gesperrt bleiben könnte. Grund für diese Annahme war laut Fielding zuletzt unter anderem die Aussage von US-Präsident Donald Trump, wonach derzeit keine diplomatischen Gespräche zwischen den USA und dem Iran stattfänden.

Inzwischen ist der Frust bei Trump über die mangelnde Fortschritte bei der Wiedereröffnung der Straße von Hormus so groß, dass er den Iran sogar mit einem "wirtschaftlichem D-Day" überziehen will. Auf seiner Platform Truth Social drohte er mit einem "Wirtschaftskrieg und einer Isolierung in noch nie dagewesenem Ausmaß". Dies richte sich an Länder, die dem Iran "in irgendeiner Weise eine Rettungsleine" zuwerfen. Dann müssten sie selbst mit "enormen wirtschaftlichen Konsequenzen" rechnen.

Diese geopolitische Anspannung schlägt nun voll auf die europäische Versorgungslage durch. Laut jüngsten Daten des europäischen Verbands der Gasinfrastrukturbetreiber (GIE) lag der Füllstand am 17. August bei 61,37 Prozent. Vor einem Jahr waren es knapp 74 Prozent. "Das einzige andere Mal in den vergangenen 15 Jahren, als die Vorräte annähernd so niedrig waren, war im Jahr 2021, kurz vor der letzten großen Gaskrise", sagt Fielding.

Die deutschen Gasreserven sind im Vergleich deutlich geringer: Hier meldete die GIE für den 17. August einen Füllstand der Speicher von 50,06 Prozent, nachdem sie vor einem Jahr zu knapp 67 Prozent gefüllt waren. "Um das nationale Ziel bis November noch zu erreichen, müsste sich das Tempo bei der Einlagerung beschleunigen", sagt die Gasmarktexpertin. Zum 1. November müssten die deutschen Gasspeicher nach gesetzlichen Vorgaben eigentlich zu jeweils 80 Prozent gefüllt sein, mit einigen festgelegten Ausnahmen.

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