Porsche bleibt Luxus-König - Sparplan und neue Modelle für die Zukunft
Stuttgart – Porsche steht unter Druck: Gewinneinbrüche durch US-Zölle, schwache Verkäufe in China und Elektromodelle, die nicht zünden. Die Rentabilität stieg im ersten Halbjahr 2026 leicht auf 7,8 Prozent, bleibt aber niedrig. Dr. Michael Leiters, der Vorstandsvorsitzende von Porsche, versucht nun, die schwäbische Sportwagenmarke wieder in die Spur zu bekommen: „Sportwagenschmiede ’35“ heißt die Strategie, die die Wende bringen soll. Sie setzt auf mehr Exklusivität, neue Modelle und höhere Erträge – aber auch auf harte Einschnitte bei Kosten, Organisation und Belegschaft
Trotz der Herausforderungen bleibt Porsche die wertvollste Luxusmarke der Welt. Laut Brand Finance beträgt der Unternehmenswert 35,2 Milliarden Dollar, trotz eines Verlustes von 15 Prozent. Damit liegt Porsche vor Chanel und Louis Vuitton, während Ferrari als nächster Autohersteller auf Platz sieben folgt.
Leiters sieht Porsches Erfolg in der Markenpositionierung: Premium-Modelle mit hoher Skalierbarkeit. Ein Beispiel: der 911. Zwischen dem Carrera (ab 137.800 Euro) und dem GT3 90 F.A. Porsche (ab 351.211 Euro) liegen mehr als 200.000 Euro, obwohl beide auf derselben Plattform basieren. Porsche plant, die Gewinnschwelle bei unter 200.000 Autos zu erreichen und eine Umsatzrendite von 10 bis 15 Prozent anzupeilen. „Wir machen Porsche effizienter, produktiver und profitabler“, sagt Leiters. Bereits jetzt werden Kosten gesenkt, um das Unternehmen robuster zu machen.
Im Zuge eines Zukunftspakets streicht Porsche rund 9000 Stellen und passt Gehälter an den Branchenstandard an. Managementpositionen sollen um 40 Prozent reduziert, die Belegschaft um bis zu 30 Prozent verkleinert werden. Seine Anteile an Bugatti Rimac hat Porsche schon verkauft.
Leiters setzt auf „Value over Volume“. Porsche will sich stärker im Top-Segment positionieren, wo die Profitabilität höher ist. Der 269.000 Euro teure 911 GT3 S/C zeigt, dass dieser Fokus funktioniert. Porsche plant zudem ein großes SUV und einen Supersportwagen mit Mittelmotor, der gegen Ferrari und Co. antreten soll. Auch der Macan kommt 2028 als Verbrenner und Plug-in-Hybrid zurück.
Leiters kündigt an, die Entwicklungskosten um 20 Prozent und die Produktionskosten um bis zu 30 Prozent zu senken. Trotz Sparmaßnahmen bleibt Qualität oberstes Gebot. Durch Prozessoptimierungen und Plattformstrategien sollen Kosten gesenkt und Qualität verbessert werden. Denn nur mit Mehrwert ist der Kunde bereit, mehr zu zahlen.
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